Das Weihnachtsessen – ein Gedicht…

Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Und mit ihm viele kulinarische Köstlichkeiten. Am bekanntesten ist wohl die Weihnachtsgans, aber auch Rind- und Schweinefleisch landen auf der festlichen Tafel. Das Festmahl soll die feierliche Atmosphäre dieser besinnlichen und geselligen Tage noch unterstreichen. Doch was landet da wirklich auf unseren Tellern am Fest der Liebe…? Was hat das mit Liebe zu tun? Und was sagt der Papst dazu? Mit diesen Fragen beschäftigt sich folgendes Gedicht.

Frohes Fest?

Frohe Weihnacht überall?
Es lohnt ein Blick zum Gänsestall.
Die Weihnachtsgans steht auf dem Tisch,
aus Tradition – das Leid ist frisch.
Gestopft wurde in Turbomast
das Tier, das kaum auf Teller passt,
mit einem Rohr, das man ihm schob
gar in den Hals, was sich verbot,
wenn man gesehn wie jenes Tier,
blickt, fühlt und denkt, genau wie wir.

Und auch das Schwein, das uns so mundet
als Braten, Ferkel ist verwundet
an Körper, Seele und der Würde
weil es die Schmerzen sehr wohl spürte:
Viel Leid hat jene Turbomast
über dieses Tier gebracht.

Ein Tier, das Ferkel produziert
so viele, völlig ungeniert,
dass seine Zitzen nicht genügen
um alle Ferkel satt zu kriegen.
Der Kastenstand, er war sein Leben,
in ihm konnt‘ es sich kaum bewegen.
Und dies, damit es möglichst fett,
wenn Metzger kam und schafft‘ es weg.

Die Kuh, die Pute und der Hummer
ertrugen leider auch den Kummer,
den jedes Tier aus Massenqual
erdulden muss in hoher Zahl.

Nun könnt man fragen, was das soll,
die Bibel, sie führt Protokoll.
Sollst unterwerfen dir die Erde,
das schreibt die Bibel – so Gelehrte.
Doch Papst Franziskus sagt ganz klar,
die Interpretation hier war:
Du sollst sie schützen und erhalten,
sie nicht zerstören, nur verwalten.
Dem Herrn gehört allein die Erde,
sodass sie sanft behandelt werde.

Franz von Assisi stets verband
– als Schutzpatron des Tiers bekannt –
der Mitgeschöpfe Wohl und Weh
mit seinem Tun, und das per se.
So sprach er einst, wenn Ochs und Esel
von deinem Bruder – schwach gewesen –
zusammenbrechen auf dem Weg
dann hilf ihnen, wie es nur geht.
In keinem Fall sollst so tun,
dich ging‘s nichts an. Du sollst nicht ruhn!

Das Weihnachtsfest als Fest der Liebe
bringt somit seltsam düstre Triebe:
Das Leid der Tiere ist die Schande,
ein Sündenfall in vieler Lande.
Lasst uns verbannen jenes Leiden
von unsren Tellern alle Zeiten.
Kommt, lasst uns stoppen jene Qual,
der frohen Weihnacht erste Wahl.

 

Ich probiere übrigens in diesem Jahr einen Maronenbraten aus – natürlich alles vegetarisch, aber doch herzhaft.
Nachdem ich im letzten Jahr einen fertigen veganen Weihnachtsbraten aus Seitan probiert hatte, bei dem sich mir ehrlich gesagt der Magen umdrehte, während ich diese chemisch schmeckende, quietschende Masse kaute, vertraue ich dieses Jahr wieder auf Selbstgemachtes.

 

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