Klagen fürs Klima

Die Bundesregierung spielt ja seit Jahren den Klimaschützer im grünen Mäntelchen – und gibt doch leichtfertig die Klimaschutzziele für 2020 auf. Sie setzt zudem weiterhin auf Kohlekraft. Gute Ideen und zukunftsweisende Impulse? – Fehlanzeige! Sie stellt sich vor die Autoindustrie und schützt sie, die ökologische Landwirtschaft unterstützt man bei weitem nicht so, wie es nötig wäre. Betriebe, die viel Strom verbrauchen, müssen nicht die Ökostromumlage bezahlen – die zahlen nur jene, die wenig verbrauchen. So ist nicht nur die stahlerzeugende Industrie befreit von der Umlage, nicht nur Autofabriken, sondern auch Schwimmbäder und sogar Betriebe der Massentierhaltung. Logik sieht anders aus. Es gibt Betriebe, die nach Einsatz von energiesparender Technologie und geringerem Stromverbrauch, mehr als vor den Energiesparmaßnahmen bezahlen müssen. – Dank Ökostrom-Umlage… So sieht jedenfalls kein konsequenter Klimaschutz aus! Und nun?! – Bleibt nur Klagen fürs Klima…

Nachdem ich von der „Klima-Klage“ durch Greenpeace erfahren habe, und davon, dass man als „Beigeladener“ die Klage ohne Kosten und Aufwand durch seinen Namen unterstützen kann, war ich sofort dabei.

Schon gegen das AKW Biblis war ich einer der Kläger, als es um den Entzug der Betriebsgenehmigung ging. Warum sich also nun nicht auch als „Beigeladener“ für die „Klima-Klage“ engagieren?

Die Vollmacht war schnell unterzeichnet, und Gründe für die rechtlich relevante Betroffenheit durch die Klimakrise hatte ich auch bald zusammen…

Extreme Hitzeperioden wie 2018 lösen bei mir leider oft Migräne-Anfalle aus, ebenso abrupte Wetterwechsel mit Wind. Dadurch bringt der Klimawandel bei mir gesundheitlich eine deutliche Beeinträchtigung mit sich. Denn solche Wetterextreme werden in Zukunft deutlich häufiger auftauchen.

Gemäß Grundgesetz, Artikel 2 (2) hat jeder „das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“, welche ich durch die Klimakrise  in Gefahr sehe.

Auch meine Selbstversorgung mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten sehe ich in Gefahr, und damit auch ein Stück weit Versorgungsunabhängigkeit. – Schädlinge, starke Hitzeperioden und Dürren, aber auch Spätfröste oder der Rückgang der Artenvielfalt mit all seinen negativen Folgen für Bestäubung und Bodenleben: All dies könnte den Ertrag im Garten deutlich senken.

Beide Argumente könnten für die Teilnahme als „rechtlich relevante Betroffenheit“ ausreichen. Das wird noch geprüft und das Berliner Verwaltungsgericht wird letztlich über die Zulassung als „Beigeladener“ entscheiden.

Wie auch immer es ausgehen wird – ich möchte keine Möglichkeit verstreichen lassen, mich gegen den Klimawandel und vor allem gegen die Untätigkeit unserer Volksvertreter zu wenden. – Angesichts solcher Bilder…

Der Rhein nur ein Schatten seiner selbst: Nach dem trocknen Sommer 2015…Ausgetrockneter Rhein 2015

Der Rhein am 1. Januar 2017OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Rheinhochwasser am 07.01.2018 in Mainz – überflutete Felder und StraßenDas Rheinhochwasser am 07.01.2018 in Mainz-Laubenheim - überflutete Felder und Straßen

Ausgetrocknetes Flussbett des Rheins im Oktober 2018OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vielleicht ist die Teilnahme ja auch was für euch? Wie gesagt: Keine Kosten, kein großartiger Aufwand, und dafür eine weitere demokratische Möglichkeit, die Bundesregierung dazu aufzurufen, was sie tun müsste. Nämlich die Interessen des Volkes zu vertreten:

Grundgesetz, Artikel 20 a (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen)
„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetzt und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Näheres zur Klima-Klage findet ihr hier.

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