Kondensstreifen vorm Mond

Alles Diesel – oder was…?

Luftverschmutzung kostet alleine in Europa offenbar mindestens 500.000 Menschen das Leben – pro Jahr! Das vermeldete vor kurzem die Europäische Umweltagentur (EAA). Weltweit sind es laut der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich 7 Millionen, darunter auch viele Kinder. Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon sind dabei offenbar die Ursache für die vielen Toten. Und wer ist schuld? Richtig – der Straßenverkehr und vor allem diese bösen Diesel-Fahrzeuge, die Heizungsanlagen und vielleicht noch die Industrieschlote. Aber hauptsächlich Diesel-Fahrzeuge, die man nach den Schummeleien von VW & Co. am liebsten verschrotten möchte, damit der Kunde sich ein neues, weniger Schadstoffe emittierendes Diesel-Gefährt kaufen soll. – Mit Abwrackprämie als Anreiz, und ganz nebenbei als kleines Konjukturprogramm für die „arme“ Autoindustrie… Alle Augen sind auf die Autos gerichtet. Doch auch von oben kommt nicht immer etwas Gutes. Es lohnt sich also mal den Blickwinkel zu ändern…

Täglich donnern beispielsweise unzählige Flugzeuge über unsere Köpfe hinweg.
Liegt ihr Start- oder Zielflughafen weit entfernt, sehen wir sie meist nur bei klarem Himmel, ein paar Kondensstreifen hinter sich bildend. Wie hier im Beitragsbild den Kondensstreifen, beleuchtet vom Mond mitten in der NAcht. Irgendwie sieht das aus wie Zuckerwatte, was da die Flugzeuge ausstoßen – machen sich offenbar Politiker und andere Verantwortungsträger etwas vor. Und das kann ja nicht gefährlich sein…
Doch es ist natürlich bei weitem nicht so lecker, was aus den Turbinen der Jets heraus kommt.
Und fliegen die Flieger tiefer, sind sie im Landeanflug, oder schrauben sie sich nach dem Start in die Lüfte, ist die Zuckerwatte verschwunden und es bleibt eine manchmal erkennbare Spur graubraun flirrender Luft, die das Flugzeug hinterlässt.
Und was ist das? Harmlos?

Flugzeuge verbrennen Kerosin, was wohl mit Diesel vergleichbar ist. Und bei dessen Verbrennung wird doch sicher auch Staub und Ruß in feiner Konsistenz freigesetzt, oder? Rückstandsfrei wird es sicherlich nicht verbrennen.
Außerdem steckt im Kerosin, wie im Benzin, der Stoff „Benzol“, der eindeutig als krebserregend eingestuft wird.

Giftregen bringt keinen Segen…

Besonders dumm ist es, dass einem nicht nur die Verbrennungsrückstände um die Nase geblasen werden. Auch bei so genannten „Notfällen“ lässt man ab und zu auch mal ein paar Tonnen unverbranntes Kerosin ab. Dies sollte nicht, kann aber auch im Zweifel über Wohngebieten geschehen. Über 3000 Tonnen wurden auf diesem Wege schon deutschlandweit in der Natur verteilt – Tendenz steigend.
Die Behörden teilen mit, dass Kerosin in Oberflächengewässern oder Seen massive Schäden anrichten könnte. Auch das dadurch freigesetzte Benzol sei gesundheitsschädlich. Jedoch seien es nur so geringe Mengen, die bei einem Menschen ankommen, dass sie nicht gefährlich werden könne. Schön, dass jeder von uns sonst nicht durch Chemikalien oder Feinstäube belastet wird, sondern im Glaskasten sitzt und einzig darauf wartet, dass ein Flugzeug über seinem Kopf ein wenig Kerosin versprüht…

Die Behörden scheinen allmählich aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen und es gibt erste Regungen, einmal zu prüfen, ob dieses abgelassene Kerosin denn gefährlich ist. Bis zu einem Ergebnis kann allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Und bis sich dann etwas ändern, werden wahrscheinlich die ersten solarbetriebenen Flugzeuge am Himmel fliegen. – Und die ersten Raumschiffe mit Lichtgeschwindigkeit durchs All düsen…

Feinstaub entsteht übrigens nicht nur bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern. Er wird auch u.a. in der Landwirtschaft freigesetzt. Das passiert vor allem dann, wenn Gülle auf die Felder ausgebracht wird. Dabei entstehen feine, gesundheitsschädliche Partikel, die dann über den Wind in die Siedlungen und unsere Lungen getragen werden. Wurde der Acker auch noch zuvor mit Glyphosat gespritzt, oder mit irgendwelchen Pestiziden, landen diese Substanzen auch in unseren Atemwegen. Wir essen also nicht nur das Gift, wir atmen es auch ein.

Gift in unsrer Wohnung

Irre ist auch, dass viele Abgase und Schadstoffe nicht nur von außen kommen.
Wir holen sie uns vielmehr in die Wohnung oder ins Büro. Und ich rede hier jetzt nicht von Zigarettenrauch, dem Dampf von E-Zigaretten oder diesen „Gute-Duft-Zerstäubern“, deren Inhaltsstoffe lieber niemand genau kennen möchte.

Toner-Staub ist beispielsweise sehr gefährlich, und doch stehen Laserdrucker oder Kopierer in jedem Bürogebäude und verteilen Feinstäube. Auch manche Privatperson nutzt ein Faxgerät oder einen Drucker mit Toner und riskiert somit, dass der eine oder andere Feinstaubpartikel bis in die Lungenbläschen vordringen und dort Zellschädigungen verursachen kann.

Doch auch Menschen ohne Drucker können nicht sicher sein, dass die Luft rein ist, die sie in ihren eigenen vier Wänden oder am Büroarbeitsplatz einatmen.
Sehr viele Wände sind heutzutage mit Vlies oder Schaumtapeten beklebt. Die bieten vielfältige Muster und Farben, sind relativ leicht zu tapezieren. Und doch steckt jede Menge Gift in diesen mit Kunststoff aufgeschäumten Tapeten. Dieses dünstet mit der Zeit aus und wird so zur Dauerbelastung für unseren Körper. Dauerhaft belasten die Tapeten auch die Umwelt, denn beim nächsten Tapetenwechsel landen sie als Restmüll in der Tonne, und wären doch eher ein Fall für den Sondermüll.

Dabei gibt es einfache und schöne Alternativen.
Dazu zählt die gute alte Raufaser-Tapete, die sogar in einigen Farbvarianten erhältlich sind, oder die man mit umweltfreundlichen Farben streichen kann. Diese Farben erkennt man am blauem „Umwelt-Engel“.
Wer keine Raufaser-Tapete möchte, der sollte sich mal nach Papier- oder Prägetapeten umschauen. Hier gibt es auch einige schöne Variationen, die nichts vom giftigen Schaum auf sich tragen.

Nicht nur an der Wand lauert die Gefahr von Umweltgiften. Auch auf dem Boden oder an der Decke kann es von Giften wie Formaldehyd nur so wimmeln. Denn in Laminat steckt dieses Gifte, besonders in dessen Klebern und Belägen. Klassisch ist die Giftbelastung in Pressholzplatten, aus denen heutzutage viele Möbel bestehen.
Warum kaufen wir uns eigentlich solche Billig-Möbel? Wir zahlen trotzdem noch viel zu viel Geld für diesen Schrott, und nach wenigen Jahren landet er schon wieder auf dem Sperrmüll. In der Zwischenzeit hat das Holz ausgedünstet und allerlei Gifte freigesetzt, die unser Organismus aufgenommen hat.

Eine Alternative für solche Chemie-Schleudern:
Echtholz-Möbel! Die sind zwar etwas teurer, dafür aber meist giftfrei, sehr viel stabiler und halten somit deutlich länger. Man sollte am besten darauf achten, dass die Möbel FSC-zertifiziert sind und ihr Holz daher aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Teppiche sollten schadstoffgeprüft sein, und man sollte sie natürlich nicht mit einem x-beliebigen Kleber anbringen, sondern nach einer Variante mit dem Umweltengel suchen.

Eine weitere Quelle für gefährliche Gifte macht übrigens gerade diesen Text lesbar: Der Bildschirm eines PC oder eines Laptop enthält ebenso mit Flammschutzmitteln behandelte Bauteile und ausdünstende Schwermetalle, wie so ziemlich jedes andere Elektrogerät. Werden die Bauteile warm, nimmt man oft einen metallischen Geruch wahr. In ihm könnten die Ausdünstungen von Flammschutzmitteln und anderen „chemischen Extras“ stecken, aber manche der Gifte sind auch einfach geruchlos.

Geschmacklos dagegen ist es, dass die Politik sich bis heute nicht an diese Themen heran traut, ja nicht mal eine Notwendigkeit sieht. Das Argument wie immer: Die Grenzwerte werden nicht überschritten, so besteht keine Notwendigkeit, irgendetwas zu tun.

Doch wir sind diesem Treiben nicht hilflos ausgeliefert.
Wie oben schon erwähnt, gibt es gesunde Alternativen für die Einrichtung in den eigenen vier Wänden.
Und es gibt sogar einige Mitbewohner, die uns gerne vor der giftigen Gefahr schützen.

Die grüne WG

Zimmerpflanzen sehen nicht nur schön aus, machen die Wohnung gemütlicher und freundlicher. Sie produzieren Sauerstoff, filtern Kohlendioxid aus der Luft und tragen auch durch die Regulation der Luftfeuchte zu einem guten Raumklima bei.
Doch manche von ihnen sind sogar wahre Entgiftungs-Künstler.

Ziemlich bekannt ist die Birkenfeige. Sie filtert Formaldehyd und Benzol aus der Raumluft.
Auch die Efeutute nimmt Formaldehyd auf und sieht dabei auch noch gut aus.

Blatt der Efeutute
Blatt der Efeutute

 

Gleiches gilt für die Grünlilie, die man leicht selbst vermehren kann und die zu richtig schönen Pflanzen heranwachsen.

Grünlilie
Grünlilie

 

Auch der sehr schöne Bogenhanf filtert Benzol aus der Luft.

Und was mich besonders verblüfft hat: Auch die Aloe filtert Formaldehyd aus der Luft. Gleichzeitig kann man mit ihr auch Hautreizungen behandeln, indem man die in den Blättern befindliche gelartige Substanz auf die Haut reibt. Das soll auch bei entzündlichen Hauterkrankungen und  Sonnenbrand wirken.

Eine sehr interessante Übersicht weiterer Pflanzen für die „grüne WG“ findet man bei Pflanzenfee.de
Was man allerdings als Hunde- oder Katzenhalter bedenken sollte: Manche Pflanzen sind für unsere Vierbeiner giftig. Also am besten auch erst mal prüfen, ehe man sich das Gift vom eigenen Leib hält, und es dafür dem geliebten Vierbeiner vor die Nase stellt zum knabbern…Hier mal eine Liste für die Katz, und eine für den Hund.
Sicherheitshalber habe ich die Pflanzen alle weitgehend außerhalb der Reichweite meiner Samtpfote aufgestellt. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass meine Katze sowieso einen Bogen um solche Pflanzen macht und offenbar genau weiß, dass ihr das Gras im Garten sehr viel besser bekommt, als die Blätter von der Birkenfeige. Aber es gibt wirklich auch richtig böse Vergiftungsfälle durch Zimmerpflanzen. Man sollte hier daher immer abwägen und vor allem mit aller Vorsicht vorgehen.

Innen hui, außen pfui?

Wenn man nun darauf achtet, sich so wenig Gifte wie möglich ins Haus zu holen und eine „grüne WG“ einrichtet, was ist dann aber mit den Abgasen draußen? Die Flugzeuge kann man schließlich nicht umleiten, den Autos nicht den Auspuff verstopfen, und geheizt wird auch weiterhin.

Man kann natürlich das Flugzeug meiden, wo immer es möglich ist, kann möglichst wenig oder gar nicht mehr mit dem Auto fahren, und die Wohnung dämmen und richtig lüften.

Doch gibt es eine weitere einfache Möglichkeit, die leider viele Stadtplaner oder auch (Vor-)Gartenbesitzer noch immer viel zu wenig beachten:
Die Antwort auf die Luftverschmutzung ist „Grün“

Jeder Baum, jede Hecke und jede Pflanze filtert Feinstaub aus der Luft. Die meisten Pflanzen nehmen auch Giftstoffe auf, die wir sonst einatmen würden. Warum also fallen noch immer viel zu viele Bäume der Säge zu Opfer, warum werden Hecken niedermetzelt? Warum gibt es immer mehr Stein-Vorgärten, die ökologisch gesehen meist reine Wüsten darstellen?

Mehr Grün täte uns allen in unterschiedlichen Bereichen gut: Klimaschutz, saubere Luft, Sauerstoff-Produktion, Schattenspender und Mirkoklima-Regulator besonders im Sommer, Lebensraum für viele Tier- und Flechtenarten – all das bietet eine Pflanze, inklusive Wohlfühlatmosphäre.
Doch die meisten sehen in Bäumen und Sträuchern nur einen lästigen Laubproduzenten.
Dabei ist selbst jetzt das Laub doch wunderschön.

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