Wurm-Turm

Selbstversorgung ist eines meiner Ziele. Zumindest in den Sommermonaten will ich genügend Gemüse ernten, um mich damit versorgen zu können. Dieses Jahr sind es vor allem die Zucchini, die in Massen an den Pflanzen hängen. Und auch Tomaten wird es viele geben: Eine Pflanze der Sorte „Black Plum“ hängt voll mit den leckeren Früchten, und ist inzwischen über zwei Meter hoch. Was ein Pilz damit zu tun hat, dazu gleich mehr…

Zunächst aber erst mal ein Blick auf mein neuestes Projekt:

Der Wurm-Turm

Wurm-Turm
Wurm-Turm

Hintergrund war die Idee, Salat schneckengeschützt und übersichtlich anzubauen und zugleich die Vorteile von einem Kompost-Beet nutzen zu können. Schon vor Jahren hatte ich mal Küchenabfälle mit Kompost gemischt, einen Haufen auf die Erde gekippt und diesen dann mit Mutterboden abgedeckt. Dort säte ich Salat ein und erntete ihn massenhaft.

Vor vier Wochen fiel mir durch Zufall eine alte Plastik-Transportbox in die Hände, die nur ungenutzt herum stand. Schnell kam mir die Idee, daraus was Sinnvolles bauen zu können. Ich kaufte mir zwei weitere, etwas kleinere Boxen, solche mit verschließbarem Deckel. Dann bohrte ich in die Abdeckungen mit einem 8er-Bohrer ordentlich Löcher, ebenso in den Boden der oberen und mittleren Kunststoff-Box. Ich verschraubte den Deckel des unteren mit dem Boden des mittleren, sowie den Deckel des mittleren mit dem Boden des oberen Behältnisses. Nun legte ich in die mittlere Box ein altes Bettlaken, damit weder Würmer noch Kompost in die untere Box fallen konnten. Denn in dieser soll sich schließlich das Gießwasser sammeln, das von oben nach unten durch den Turm sickert.

Der Clou an der Sache ist nämlich: Der Turm hat einen doppelten Nutzen.
Die obige Box füllte ich mit fertigem Kompost und Erde auf, die mittlere mit unreifem Kompost sowie Küchenabfällen. Wenn ich nun die Möhren-, Tomaten- und Salat-Pflanzen in der oberen Box gieße, fließt das Wasser auch durch die Mittelbox. Hier reichert es sich mit Nährstoffen an, und somit sammelt sich in der unteren Box hochkonzentrierter Flüssigdünger.

Ich bin nun gespannt, wie sich die Möhren in der oberen Box fühlen, von denen man ja weiß, dass man sie nicht in Boden säen soll, der mit frischem Mist gedüngt wurde. Das Kraut ist jedenfalls schon gut gewachsen binnen der letzten drei Wochen. Die Salatpflanzen leiden unter der Affenhitze, aber dafür sehen die Pflanzen der Spargel-Zichorie ganz gut aus. Die Tomatenpflanze entstand aus einer Ausgeiz-Aktion an den anderen Tomaten. Ich stellte den Geiz in Wasser, er bildete Wurzeln und schon hatte ich eine neue Pflanze. Es wird sich weisen, wie sich dieses Beet bewährt.

Symbiose mit Pilzen

Der Einsatz von Mykkorizza-Pilzen beim Umpflanzen meiner selbst gezogenen Tomaten und Paprika-Pflanzen hat sich aus heutiger Sicht bereits bewährt.

Tomate Black Plum
Tomate Black Plum

Eine derart hohe und vor allem kräftige Tomatenpflanze habe ich in meiner Gartenpraxis bisher noch nie gesehen. Sie hat in der Zwischenzeit die 2-Meter-Marke überschritten. Gestern habe ich mal die Früchte und Fruchtansätze gezählt: Bei Fünfzig habe ich aufgehört zu zählen…!
Es kann natürlich sein, dass auch das warme Wetter eine Rolle spielt, sowie die Tatsache, dass diese Pflanze aus Saatgut gewachsen ist, das ich bereits seit drei Jahren aus meinen Ernten gewinne. Doch dass ausgerechnet diese eine, mit dem Pilz behandelte, Pflanze derart kräftig und groß wird, kann kein Zufall sein.
Außerdem: Eine weitere Tomatenpflanze, die ich in „geimpfte“ Pflanzerde gesetzt hatte, trägt ebenso dicke und viele Früchte. Nur die Paprika-Pflanze zeigt wenig Elan zu wachsen. Das wird allerdings auch damit zusammen hängen, dass sie mehrfach Opfer von Schnecken-Attacken wurde.

Jauche als Pflanzenstärkung

Allgemein habe ich dieses Jahr gezielt Jauche eingesetzt, um die Pflanzen zu stärken. Dazu habe ich jeweils einen Eimer zur Hälfte mit Brennnesseln gefüllt, die andere Hälfte mit Wasser aufgegossen, im Schatten aufgestellt und alles jeden Tag ein wenig durchgerührt. Schon am zweiten Tag bildete sich Schaum auf der Oberfläche, was normal ist. Nach etwa sieben Tagen war der Schaum verschwunden, was anzeigt, dass die Jauche fertig ist. Nun habe ich eine Gießkanne zur Hälfte mit Wasser und Jauche gefüllt und die größeren Pflanzen damit gegossen.
Speziell die Tomaten, aber auch die Zucchini und Kürbisse scheinen hieraus großen Nutzen zu ziehen.

Auch beim Ausgeizen der Tomaten habe ich an den Effekt der Blätter gedacht und daraus eine Jauche angesetzt. Hier habe ich genauso verfahren wie mit den Brennnesseln und ich bin überzeugt von der pflanzenstärkenden Wirkung.

Wichtig ist, dass man die Jauche niemals unverdünnt anwendet, sie nicht über kleine Pflanzen gießt und besser auch nicht über die Blätter von Pflanzen. Denn in zu hoher Konzentration kann sie einer empfindlichen Pflanze so sehr schaden, dass diese eingeht. Speziell, wenn man sie mit der Jauche übergießt.

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s