Rot

Erst hatte sich der Mond hinter Wolken versteckt. Dann wollte mein altersschwacher Akku nicht mehr mitspielen. Aber dann wurde doch noch alles gut… 🙂 Hier ein paar Bilder vom „Blutmond“, fotografiert in den rheinhessischen Weinbergen, bei einem lauen Sommerlüftchen und zirpenden Grillen…

Der Blutmond
Blutmond über Rheinhessen – und nicht nur da… 🙂 Während sich die Sonne zwischen Erde und Mond schiebt, kommt es zu einer vollständigen Mondfinsternis. Blaue und violette Teile des Lichtspektrums werden von der Erdatmosphäre abgelenkt, die roten Anteile werden wie e mit einer Linse gebündelt und treffen so auf den Mond.
Roter Mond und roter Planet - der Mars ist heute der Erde so nahe wie lange nicht mehr...
Roter Mond und roter Planet – der Mars ist heute der Erde so nahe wie lange nicht mehr…
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Langsam verliert er seine rote Färbung, während er wieder aus dem Kernschatten der Erde tritt.
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Das Sonnenlicht kehrt zurück. Früher verbanden die Menschen mit einer Mond- und Sonnenfinsternis Unheil. Manche glaubten, ein Drache hätte den Mond verschluckt und fieberten diesem ersten Lichtschimmer entgegen, der ihn wieder langsam erscheinen ließ.
Fast schon wieder eine Sichel...
Fast schon wieder eine Sichel…
Mond und Mars auf einem Bild
Mond und Mars auf einem Bild
Bald ist er wieder voll
Bald ist er wieder voll

Zum Abschluss des Spektakels fehlt noch ein kleines Gedicht…

 

Nachtsymphonie
Ringsumher schwarzgraue Schatten,
dunkel ist’s, wo’s geht und steht.
Bitter sind, die Farbe hatten:
Pollen vom Winde verweht.
Schlossen sich Sonnenstrahl ein,
süßen Duft schlafenden Tages.
Sammelnd das fliehende Sein,
Bunt, halt es in Dir und trag es.

Ach – lieber einsamer Geiger,
umspielst süß die Nacht ungeschwind,
trägst des Tags’ Lebenshauch weiter –
hin, wo die Stille umspinnt.
Singst jene Tageslichtstrophen,
welche die Amsel versäumt.
Spielst hier den Nachtphilosophen,
während die Tageswelt träumt.

Engel der Nacht – flieg auch Du,
nach dem himmlischen Leuchten,
durchstreife die schlafende Ruh,
die nur die Tagschwärmer bräuchten.
Ja, Du Seele der Nacht,
gönn Dir Dein nächtliches Mahl.
Die Erde, sie hat Dir gebracht
Gaben in beachtlicher Zahl.

Und auch ihr tanzenden Sterne,
gebärend im göttlichen Glanz,
auch euch braucht – in der Lichter Ferne –
der nächtliche Staat voll und ganz.
Betörend das schlafende Gras,
begeisternd den laubrauschen Baum,
dort wo man die Wolken noch las
gruppiert ihr ein Sternenbildtraum.

Oh – ihr nächtlichen Wesen,
gern hab ich euch heute bestaunt.
Ich konnte das Lebenslied lesen,
ihr habt es gesungen, posaunt.
Doch nun – liebe Mondlichtbegleiter –
sehnt Ruhe mein Innerstes bei.
Ich schließe die Augen, zieh weiter
ins Traumland, wo’s still ist und frei.

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2 Gedanken zu “Rot

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