Wachtel-Stress!!!

Heute gibt’s mal ein Uptdate zu den Wachteln. Zunächst das Positive: Die Eier schmecken sehr gut und es gibt auch jeden Tag ordentlich Nachschub. Doch hat die Sache leider viele negative Aspekte, die ich hier auch mal aufführen möchte. Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich Wachteln anzuschaffen, sei eines gesagt: Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Und das gilt ganz besonders für Wachteln…

Als gleich neun Küken geschlüpft waren, war ich froh über diesen Erfolg und freute mich darauf, die Hennen und den ein oder anderen Hahn letztlich in die Voliere setzen zu können.
Nach etwa acht Wochen war es soweit und die Kleinen waren völlig überwältigt von der Größe ihrer neuen Behausung. Sie trauten sich fast gar nicht raus.

Die Voliere
Die Voliere
Noch sind sie friedlich...
Noch sind sie friedlich…

Diese Angst verschwand in den kommenden Tagen, und der erste Hahn begann zu krähen. – Laut zu krähen! Es folgte ein zweiter, ein dritter, ein vierter, ein fünfter,…Gleichzeitig waren einige der Kleinen Attacken ausgesetzt, sie ließen erste Federn und eines blutete schließlich sogar am Kopf. Ich ging zum Tierarzt und ließ mir erst mal zeigen, wie man die Geschlechter unterscheiden konnte. Denn durch die Zeichnung auf der Brust, wie man von vielen „Spezialisten“ lesen kann, kann man diese Unterscheidung nicht vornehmen. Auch kann man nicht zwingend davon ausgehen, dass es ein Hahn ist, der einen Artgenossen „besteigt“, sich dabei mit dem Schnabel am Kopfgefieder festhält, und ihm im Zweifel dabei die Federn ausrupft.
Nein, man muss die Tiere auf den Rücken drehen und die „Kloake“ untersuchen. Ist da ein weißer Fleck zu erkennen, ist es ein Männchen, ansonsten ein Weibchen.

Ich machte die Kontrolle und stellte mit Schrecken fest: Ich hatte nur zwei Hennen, dafür sieben Hähne!
Die Quote beim Ausbrüten von Wachteleiern liegt wohl normalerweise bei 50:50. Ich hatte das „Glück“ und die Hähne waren in der absoluten Mehrheit.

Zwangsläufig musste ich die beiden Hennen von den Hähnen trennen, da man nur einen Hahn zu fünf Hennen setzen darf. Und nun stand ich vor einem großen Problem. Der Tierarzt hatte die Lösung schnell parat: Die Hähne einfach mit Hackfleisch und Tomaten füllen, also schlachten…!

Das konnte ich natürlich nicht. Also informierte ich mich über die Haltung von Hähnen ohne Henne. Dies ist wohl irgendwie möglich, wenn die Tiere sich vertragen. WENN!
Denn nachdem die Hennen aus dem Spiel waren, begannen die Hähne damit, sich einzelne andere Hähne „herauszupicken“ und die mussten dann massiv Federn lassen. Was blieb mir anderes, als diese nun in einzelnen Bereichen der Voliere abzutrennen?

Gleichzeitig begann ich mit der Planung eines zweiten Stalles in einem anderen Garten im Feld. Denn hinterm Haus konnten die Hähne nicht bleiben. Sie krähten am Tage teils stundenlang, immer im Wechsel. Und nachts um drei Uhr veranstalteten sie regelmäßig ein krächzendes Konzert!
Also begann die Planung für den Bau, der bis jetzt noch aussteht.

 Während die Hennen bisher immer friedlich zusammen saßen, ist auch hier seit gestern jede Menge Stress angesagt. Eine der Beiden spielt sich nun als „Leithenne“ auf, mangels Hahn, und pickt auf die andere ein. Die hat auch wieder einige Federn gelassen, und ein wenig Blut, wodurch ich die beiden nun auch erst mal abgetrennt habe.

Jetzt ruht meine ganze Hoffnung darauf, dass sich diese Situation wieder entspannt, sobald die Beiden endlich zurück in die große Voliere können, und die Hähne im anderen Garten sind.

Zunächst hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mir weitere Hennen zu kaufen, damit die beiden nicht so alleine im Stall sitzen. Doch werde ich vielleicht von dem Gedanken absehen, da ich nicht das Risiko eingehen möchte, mich mit weiteren zickigen Hennen herumschlagen zu müssen.

Mein etwas frustrierendes Zwischenfazit der Wachtelhaltung lautet daher ganz deutlich:

Sehr viel Stress, im Verhältnis zu dem „Nutzen“!
Ich habe mich für sie entschieden und werde mich natürlich auch um sie kümmern, werde sie nicht schlachten lassen. Doch stünde ich heute noch einmal vor der Entscheidung, ich bliebe wahrscheinlich lieber bei meinen friedlichen Hühnern und würde auf die Wachtel-Eier verzichten. Eier ausbrüten würde ich keinesfalls mehr, denn zwar ist es ein tolles Erlebnis, das Schlüpfen zu beobachten. Sind es jedoch 50% und mehr Hähne, die am Ende das Licht der Welt erblicken, steht man vor einem großen Problem! Im Zweifel muss man die Tiere dann tatsächlich töten lassen oder jemandem geben, der sie schlachtet, da man sie sie so nicht halten kann. Und das rechtfertigt dieses Erlebnis definitiv nicht.

P.s.: Nach diesem negativen Fazit noch etwas Positives… Ich bleib dran, werde den Tieren ein möglichst artgerechtes Leben bieten. Die Fortsetzung folgt… 🙂

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