Vogel, Du hast Schwein gehabt…!

Die Afrikanische Schweinepest schwebt wie ein Damoklesschwert über uns und dort draußen sitzen bereits Millionen potentieller Überträger dieser Erkrankung. Darum ein fröhliches Halali – die Jagdsaison beginnt wohl schon mitten in der Schonzeit und macht auch vor Frischlingen nicht Halt. Was steckt dahinter, und ist es nicht auch eine „Hexenjagd“, die uns bevorsteht?

Ich frage mich, ob beim nächsten Ausbruch der Vogelgrippe jemand fordert, 70 Prozent aller Wild- und Zugvögel zu töten, um die Ausbreitung zu verhindern.
Natürlich nicht! – Keiner würde sich das trauen…die armen Vögel!

Nun fordert allerdings der Bauernpräsident im Einklang mit dem Bundesminister für Landwirtschaft (das ist der, der eigenmächtig das „Ja“ Deutschlands für die fünfjährige Wiederzulassung von Glyphosat beschlossen hat), dass 70 Prozent der Wildschweinbestände erschossen werden sollen, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Die Tiere müssten praktisch dankbar sein, so hört man, da man ihnen mit dem Abschuss nicht nur das Leben nimmt, ihren Nachwuchs, sondern auch das Risiko, qualvoll an der Pest zu sterben.

In Wahrheit ist man besorgt um die großen Schweinemastbetriebe, für die die Ausbreitung der Pest eine Katastrophe wäre. Vor allem, da hier tausende Tiere auf engstem Raum zusammenleben, krank und abwehrgeschwächt dastehen, „leichte Beute“ wären für den Erreger. Da ist der hohe Schutzstandard der Ställe, den man uns angesichts von resistenten Keimen weismachen will, wohl doch nicht so hoch. Denn man wird ja sicherlich keine erkrankte Wildsau direkt durch die Mastanlagen treiben wollen… Offensichtlich gibt es sehr viele Wege für Keime von außen nach innen – und somit auch für Erreger von innen nach außen!

Wildschweine gelten zunehmend auch als Schädlinge, die jetzt massenhaft gemeuchelt werden sollen – gefährliche, gefräßige und verwüstende Tiere.
Dass Wildschweine sich explosionsartig vermehren und Schäden anrichten – daran ist jedoch ein anderer Schädling schuld: Der Mensch! Er zersiedelt immer mehr Natur, entsorgt massenhaft Essensreste offen zugänglich, füttert die Tiere sogar an. Und auch, dass immer mehr Energiepflanzen wie Mais auf den Feldern in riesigen Monokulturen wachsen, kommt den Wildschweinen zugute.
Die Afrikanische Schweinepest kam durch kontaminiertes Futtermittel nach Osteuropa in die Massentierhaltung und so ist selbst hierfür der Mensch Urheber!

Doch all das scheint egal zu sein, die Ursachen bleiben außen vor. Da ist es leichter, ein Tier zu stigmatisieren und es massenhaft erschießen zu lassen – gleich einer Hexenjagd.

Es ist ja auch „nur“ ein Schwein!

Und die Moral? – Die wurde schon längst mit den Küken geschreddert und vergast, ist zusammen mit den ungeborenen Kälbern hochschwanger geschlachteter Kühe im Mutterleib erstickt und mit dem Hummer bei lebendigem Leibe verkocht.

Einzig die Zug- und Wildvögel haben Schwein, dass sie selbst keines sind…!

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11 Gedanken zu “Vogel, Du hast Schwein gehabt…!

    • Genau so ist es leider – wir brauchen uns wirklich über mafiöse und korrupte Zustände in anderen Staaten nicht mehr aufregen und sie anprangern. In unserer Regierung gibt es auch sehr viel Einflussnahme. Sicher ist es in den letzten Jahren mehr geworden, aber was ich am Schlimmsten finde: Es scheint keinen mehr zu interessieren, wie groß die Einflussnahme durch Lobbyisten ist. Zum Beispiel beim Glyphosat. Das wird mehr und mehr zum akzeptierten Normalzustand… Erschreckend.

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  1. Lieber Torsten,
    hihi, wußt ich´s doch! Dann viel Spaß damit, ich bin gespannt 🙂
    Liebe Grüße zurück!
    Sabine
    P.S.: Danke für die Blumen :-)! Ich hab gesehen, dass du auch n paar spannende neue Beiträge geschrieben hast. Bisher kam ich noch nicht dazu sie zu lesen, aber das hole ich demnächst nach.

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  2. So was, ich hab unter den Beitrag schon ein Kommentar gesetzt aber deinen Beitrag dazu noch gar nicht gelesen! Oh mann… entschuldige. Manchmal…

    Mir geht es wie dir. Mich regt das mit den Wildschweinen extrem auf. Als ob sie nur darauf gewartet hätten, endlich einen Grund zu haben, die Wildschweine in riesigen Mengen abschießen zu dürfen. Diese armen Tiere müssen wiedermal ausbaden, was mensch verbockt. Und bringen wird es letzen Endes wenig, wenn es reicht, dass ein Mensch nach der wohlverdienten Brotzeit die Papiertüte, das Stück Alufolie oder ähnliches mit einem kleinen Essensrest aus dem Autofenster schmeißt (was natürlich total abwegig ist, denn niemand würde so was tun…). Brotzeitverpackung mit Essensrest landet am Rande eines Mais- oder Getreidefelds, auf dem Schweinefutter wächst…
    Aber das ist natürlich wirklich total abwegig gedacht.

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    • Momentan hört man ja nur noch wenig von der Schweinepest. Mal schauen, wann sich unsere neue Landwirtschaftsministerin dazu äußern wird und wann sie zum großen Abschuss aufruft. Das Schlimme ist ja, dass die Minister auch meist überhaupt keine Ahnung von ihrem Ressort haben, sondern durch Zufall in die Position kommen. Dann sind es irgendwelche Staatssekretäre oder andere, die die „fachliche Arbeit“ leisten. Und die werden von irgendwelchen Lobbyisten „beraten“, um es mal positiv auszudrücken… 😉 Was dann dabei raus kommt ist bei der Glyphosat-Wiederzulassung ein Stück weit zu sehen, beim Verhalten zum Bienensterben und den Neonicotinoiden, oder halt auch beim Aufruf, Wildschweine abzuschießen…

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      • Stimmt, das ist ne tolle Reihe auf arte. Die schau ich auch oft. 🙂 Überhaupt ist der Sender toll mit all den Dokus. Das mit den Lobbyisten geht ja schon los in den Gemeinderäten. Wenn ich mir teilweise Entscheidungen anschaue, die hier in meiner Gemeinde getroffen wurden, ist es einfach zum Haare raufen. Es war z.B. jemand im Bauausschuss und hat sich dadurch ermöglicht, auf einem Stück Feld ein Haus über den Rand des Baugebiets hinaus zu bauen. Eigentlich hätte er dann seinen Anteil an den Erschließungskosten zahlen müssen, hat es aber so hingebogen, dass er es nicht musste. Dann hat er später die Erweiterung des Wohngebiets verhindert. Und als er alles in trockenen Tüchern hatte, ist er nicht mehr für den Gemeinderat angetreten… Das zum Thema „Gemeinwohl“…

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