Das Rheinhochwasser am 07.01.2018 in Mainz-Laubenheim - überflutete Felder und Straßen

GroKo? Krokodil – Fossil!

Hochwasser schwappte mal wieder durch unsere Nachrichtensendungen. Während Trump den Klimawandel leugnet, bei den Sondierungsgesprächen in Berlin die Klimaziele für 2020 kurzerhand aufgegeben werden und weiter auf die Kohle als Energieträger gesetzt wird, steht manchen doch das Wasser bis zum Hals. Weniger in Deutschland, denn hier sind wir wohl mit einem blauen Auge davon gekommen. Dafür anderswo in der Welt: Monsun in Asien, Dürre in Afrika, Waldbrände, Wirbelstürme und Tornados, polare Kälte in den USA und selbst in südlichen US-Bundesstaaten sind vor kurzem wärmeliebende Echsen starr von den Bäumen gefallen. In Spanien fällt Schnee, während bei uns die Wintersaison in weiten Teilen ins Wasser fällt. Sicher gab es schon immer mal wieder Extreme, doch wirklich so extrem in so kurzen Abständen? Bei weitem nicht! Doch was können wir tun, wenn schon unsere Entscheidungsträger weitgehend den „Trump“ machen und das Hirn auf Durchzug stellen? Ganz einfach: Wir bilden eine GrüKo

Wenn es die Bundespolitik momentan schon nicht auf die Reihe bekommt, eine zukunftsfähige und visionäre Koalition zustande zu bringen, sollten wir uns ernsthaft Gedanken machen. Denn wir haben einiges an Potential und hätten einen starken Koalitionspartner zur Verfügung. Eine kurze Sondierungsphase, in der wir einzig die Eckpunkte grob abstecken müssten, würde schon genügen. Das Ziel vor Augen könnten wir gemeinsam an einem Strang ziehen und die Gesellschaft fit für die Zukunft machen.

GroKo klingt nach Krokodil – und Krokodil klingt nach Fossil.

Es wird daher Zeit, neues zu wagen und nicht jenen das Feld zu überlassen, die aus alten Hüten neue Hasen zaubern wollen, und am Ende doch nur falsche Hasen präsentieren.

Zeit also für eine GrüKo! Und die kann jeder von uns bilden, ganz einfach.
Mit einer Agenda 20Grün könnten viele der drängenden Probleme unserer Zeit angegangen werden:

Arbeitslosigkeit
Prekäre Beschäftigungsverhältnisse
Armut – im Alter, in der Kindheit oder zwischendrin
Ungerechte Verteilung des Wohlstands
Übergewicht und Zivilisationskrankheiten
Ungesunde Lebensmittel
Vergiftung der Umwelt
Der Klimawandel
Das Artensterben
Tierquälerei
Der Werteverfall

Das Rheinhochwasser am 07.01.2018 in Mainz-Laubenheim - überflutete Felder und Straßen
Das Rheinhochwasser am 07.01.2018 in Mainz-Laubenheim – überflutete Felder und Straßen
Ein Jahr zuvor: Das Niedrigwasser am Rhein in Mainz-Laubenheim am 01.01.2017 - ein ausgetrocknetes Flussbett
Ein Jahr zuvor: Das Niedrigwasser am Rhein in Mainz-Laubenheim am 01.01.2017 – ein ausgetrocknetes Flussbett

Das Koalitionsprogramm müsste in diesem Zusammenhang natürlich ganzheitlich ineinandergreifen. Und das wäre gar nicht so problematisch – stehen doch viele der Probleme in unmittelbarer Verbindung miteinander.

  1. Lokalisierung statt Globalisierung

Anstatt bei Branchenriesen online zu bestellen, lässt sich vieles auch vor Ort kaufen. So unterstützt man nicht die, die ohnehin große Gewinne erwirtschaften und zugleich Angestellte rigoros ausbeuten. Man hilft den kleinen Händlern und Produzenten in der Region, überleben zu können und vielleicht neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Oder man bestellt wenigstens bei alternativen Online-Shops, wie www.ecobookstore.de, wo man mit jedem Einkauf dazu beiträgt, dass Wälder aufgeforstet werden.
Wer den Biobauern um die Ecke hat und dort Obst kaufen kann, darf sich glücklich schätzen. Wo keiner in der Nähe ist, bietet es sich an, selbst anzubauen. So hat man ein gesundes Lebensmittel, es wird kein Gift versprüht, auch sind keine Transportwege und Verpackungen nötig. Man spart Geld und pflanzt auch noch einen Kohlenstoffspeicher, der gut fürs Klima und dessen Blüten gut für Insekten sind.

  1. Klasse statt Masse

Wer viele Dinge besitzt – so will uns die Werbung weiß machen – wird glücklich. Oftmals ist es jedoch umgekehrt. Die Schränke sind voll mit Sachen, die ewig rumstehen und nicht genutzt werden. Um uns viele Dinge leisten zu können kaufen wir auch möglichst billig ein. Die Folge: Kinderarbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse meist im Ausland, aber auch in Deutschland. Der Abbau von Rohstoffen geht ebenso oftmals auf Gesundheit und Kosten der Arbeiter. Zugleich vergiftet er die Natur mit Schwermetallen und anderen Giften, um Rohstoffe abzubauen müssen Naturflächen weichen. Das Material muss transportiert und hergestellt werden, was Energie kostet und somit Treibhausgase produziert. Und wir investieren Zeit – unser wichtigstes Gut – um uns etwas kaufen zu können, was am Ende nutzlos im Schrank steht.

Daher sollte die Devise lauten: Qualität statt Quantität – weniger ist mehr! Wir können uns besseres leisten, wenn wir uns weniger zumüllen. Das beginnt schon im Kühlschrank mit Billigobst aus Fernost mit der Extra-Portion Gift und Treibhausgas, das man durch Obst aus Deutschland oder gar der Region ersetzen könnte. Allgemein kann man sagen: Wenn wir Qualitätsware kaufen, die lange hält und die nicht offensichtlich unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert werden musste, packen wir unterschiedliche Probleme an der Wurzel. Wir müssen das Produkt nicht nach kurzer Zeit erneut kaufen, da der Billigschrott schon defekt ist.

  1. Selbst gemacht

Nicht nur der Anbau von Obst und Gemüse im Garten oder dem Balkon ist eine Alternative zu Ware aus der Massenproduktion. Auch hat die Natur einiges zu bieten: Giersch und Löwenzahn als Salatersatz, Brennnessel als Spinatersatz, Gänseblümchen als Leckerei, Hagebutten als wichtiger Vitamin C-Spender im Winter, … Aber auch Schlehen, Vogelbeeren, Eicheln oder auch Wildkirschen sind eine kostenlose und gesunde Gabe der Natur. Alles unverpackt, ohne Transportweg und ohne Gifteinsatz.
Wer in seinem Garten ein paar Hühnern oder Wachteln einen Platz gibt, bekommt regelmäßig Eier und Leben in seinen Garten.

Selbst machen heißt auch selbst Kochen. Und wer sich selbst etwas auf dem Herd zaubert, unterstützt nicht die riesigen Lebensmittelkonzerne, die bereits einen Großteil des Lebensmittelmarkts dominieren, die für die Industrialisierung in der Landwirtschaft ebenso verantwortlich sind, wie für Massentierhaltung, Gifteinsatz und Verpackungswahnsinn, für Zusatzstoffe, Unmengen Zucker und Salz in den Lebensmitteln als Suchtfaktoren. Er kann sich gesünder ernähren, auf gesundheitlich bedenkliches Palmfett aus regenwaldzerstörerischen Plantagen verzichten, auf denen Menschen für einen Hungerlohn schuften.

Man kann auch Dinge aus Holz herstellen, Geräte selbst reparieren, altes Möbel restaurieren und vermindert somit den Rohstoffverbrauch. Ja, man kann auf diese Art Geld sparen, erhält giftfreie Qualitätsprodukte, unterstützt auch hier nicht den Niedriglohnsektor, indem man keine Möbel aus Pressspanplatten mit einer gehörigen Portion Formaldehyd aus dem Discounter kauft. Mancher mag sich auch Socken stricken, Schals oder ganze Pullover.

 

Zur falschen Zeit... Brombeeren, entdeckt beim Rheinhochwasser am 07.01.2018
Zur falschen Zeit… Brombeeren, entdeckt beim Rheinhochwasser am 07. JANUAR 2018

GrüKo für gesundes Wachstum

Der Grundsatz dieser Koalition wird aus diesen drei Punkten klar: Ökologie und Ökonomie können im Einklang stehen, umweltgerecht bedeutet nicht gleich teuer. – Ganz im Gegenteil! Nachhaltiges Handeln ist am Ende oft billiger und preiswerter. Soziales Wachstum kann mit dem Naturschutz einhergehen. Wenn Bergleute ihre Arbeit im Kohleabbau verlieren, ist das nicht die Folge des bösen Umweltschutzes, sondern davon, dass der Wirtschaftszweig einfach nicht mehr tragfähig ist.

Das soziale Gewissen, welches dem Kohleausstieg scheinheilig entgegengesetzt wird, spielt beispielsweise beim Wegfall des Bäckerhandwerks keine Rolle, ebenso macht sich niemand darüber Gedanken, dass das Handwerk des Schuhmachers ausstirbt oder das des Holzküfers. Und dass selbst der klassische Landwirt angesichts der industriellen Landwirtschaft keine Zukunft mehr haben wird, erscheint keinen wirklich zu interessieren. Milchquoten werden aufgehoben, der Milchpreis fällt in den Keller und treibt kleine Landwirte in den Untergang… Gefördert wird Masse statt Klasse – und Konzern statt Familienbetrieb.

Jeder von uns hat die Möglichkeit, seine eigene GrüKo zu bilden, eine Bewegung zu schaffen und so zur außerparlamentarischen Opposition werden zu lassen. Eine, die mit dem Kassenbon regiert, die mit nachhaltigem Konsumieren und Investieren (zum Beispiel durch ein Konto bei der Umweltbank) oder einen Baumsparvertrag die Welt steuert. Geld regiert die Welt – und wer sein Geld für eine bessere Welt investiert, der ändert mehr als mit manchem Gang zur Wahlurne.
Eine GrüKo – die grüne Koalition, ein Bündnis mit der Natur, mit Mutter Erde, ein nachhaltiger Umgang mit dem, woraus wir geboren sind und wodurch wir leben. Was liegt denn auch näher, als sich diesem gewaltigen Koalitionspartner anzuvertrauen?

 

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2 Gedanken zu “GroKo? Krokodil – Fossil!

  1. Sehr schöner Beitrag, und ob Du’s glaubst oder nicht!? Ich und meine Familie haben im Herbst letzten Jahres damit angefangen was Du umschreibst. Ein paar Beispiele?: Milch, Eier, Joghurt und div. andere Milchprodukte werden nur noch beim benachbarten Bauernhofladen gekauft (Weidehaltung, Gentechnikfrei). Geflügelfleisch auch nur noch vom benachbarten Geflügelhof. Obst und Gemüse vom regionalen Händler sowie div Produkte (Honig, Pflaumenmus, Konfitüren) aus regionaler Produktion (Bergisch pur). Darüber hinaus versuche ich meinen Konsum auf palmölfreie Produkte umzustellen…. und das ist erst der Beginn. Positiver Nebeneffekt: Es macht sogar Spaß, nach GrüKo zu handeln 👍👏

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    • Vielen Dank! 🙂 Super, dass Du Deinen Konsum so umgestellt hast und noch weiter ändern möchtest! Ich versuche auch so vieles wie möglich regional zu kaufen. Leider gibt es hier im Rhein-Main-Gebiet zumindest in meiner Umgebung wenige Biolandwirte, die regionales Obst und Gemüse anbieten. Und auch Milch aus artgerechter Haltung ist in näherer Umgebung Mangelware. Daher habe ich zumindest einen Nutzgarten, in dem ich Gemüse und Obst anbaue und will noch ein paar mehr Obstbäume (Zwergbäume, da ich nicht so viel Platz habe) anpflanzen. Hühner haben schon einen schönen Platz im Garten gefunden mit Auslauf und gutem Futter. Und dieses Jahr werde ich noch ein paar Wachteln ausbrüten und ihnen im Garten einen schönen großen Lebensraum schaffen.
      Palmöl ist ein gutes Stichwort: Es ist erschreckend, wo das überall drin steckt, aber ich versuche auch, es wo auch immer möglich zu meiden.
      Du hast recht: Es macht Spaß, nach der GrüKo zu handeln und man lebt auch viel bewusster mit besserem Gewissen – und sicher auch gesünder.

      Gefällt 1 Person

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