Friede, Freude, Honigkuchen?

Vor kurzem erhielt ich eine Antwort auf meine Anfrage beim rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Ich hatte bezüglich des Bienensterbens nachgefragt, zum Handeln aufgerufen, und möchte hier mal einige Fakten aus dem Antwortschreiben mitteilen… – Inklusive meiner Bewertung dazu.


Zunächst einmal erklärt man, dass sich in Rheinland-Pfalz die Anzahl der Imker von rd. 4000 im Jahr 2010 auf über 5400 im Jahr 2016 erhöht hat. Damit sei die Zahl der Bienenvölker von rd. 28.300 auf 35.200 gestiegen. Das sei ein positiver Trend.

Die Bienenhaltung unterliege, wie kaum ein anderes Verfahren der Haltung von Nutztieren, „verschiedenen Umwelteinflüssen“. „Imker merken das an den jährlich schwankenden Honigerträgen und leider auch an den Verlusten an Bienenvölkern. Im Laufe des Winterhalbjahres 2016/17 wurden von einigen Imkern teilweise sehr hohe Verlustraten gemeldet.“, heißt es in dem Antwortschreiben.

An einer Frühjahrsumfrage für das Winterhalbjahr 16/17 haben sich rd. 14.500 Imker aus Deutschland und angrenzenden EU-Ländern an der Online-Umfrage beteiligt. Und hieraus ergäbe sich, dass es zu 20% Überwinterungsverlusten deutschlandweit und zu 16-17% in RLP gekommen sei. Nun wird ein Vergleich angeführt, der die letzten zwanzig Jahre als Grundlage nimmt. Demnach schwankten die durchschnittlichen Völkerverluste zwischen 9 und 28%. Im Winter 2015/16 lagen sie bei 9,5%, davor bei 22,3%. Man könne also feststellen, dass die durchschnittlichen Verluste im Winterhalbjahr 2016/17 „zwar hoch aber nicht außergewöhnlich“ seien.

Zwar bestätigt man, dass das sogenannte „Deutsche Bienenmonitoring“, das Verluste an Bienenvölkern „systematisch überwacht“, in 96% der Proben von Pollenbrot mindestens ein Rückstand an „unerwünschten Stoffen, d.h. Pflanzenschutzmittelrückstände oder Rückstände von anderen unerwünschten Stoffen“ festgestellt habe. Es seien genau genommen durchschnittlich 7-8 verschiedene Rückstände von unerwünschten Stoffen nachgewiesen worden. Und in einer Probe waren 34 verschiedene Rückstände enthalten. „Die nachgewiesenen Stoffe lagen überwiegend im Spurenbereich. In Einzelfällen wurden allerdings auch höhere Wirkstoffkonzentrationen nachgewiesen.

Schließlich erklärt man, dass das „Deutsche Bienenmonitoring“ eine hohe Abhängigkeit der Bienenvölkerverluste von der Belastung der Bienenvölker mit der Varroamilbe belege. Und dass kein nachweisbarer Einfluss der gefundenen Pflanzenschutzmittelrückstände auf den Überwinterungserfolg aus der Datenlage ersichtlich sei.

Ziel sei es natürlich, den Eintrag von Pflanzenschutzmittelrückständen zu verringern. Dies beginne mit der Zulassung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. Und diese obliege der EU-Kommission, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, inkl. einer Bewertung durch das Umweltbundesamt, sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Letztendlich lobt man die riesigen Felder an „Dauerkulturen“, wie z.B. Ölfrüchte (Raps), Hülsenfrüchte (Bohnen) und Obst als bienenfreundliche Trachtquelle. Und man erkennt sogar an, dass die „Bienen einen Mehrertrag bei bestimmten Kulturpflanzen durch ihre Bestäubungsleistung“ erbringen. Im vergangenen Jahr hätten sich zudem in RLP 1200 Betriebe mit 53.000 Hektar an der Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise beteiligt, und auf 1.400 Hektar Saum- und Bandstrukturen angelegt.

Abschließend hofft man, dass man mit diesen beispielhaften Ausführungen darlegen konnte, dass in RLP sowohl dem Bienenschutz als auch der Bereitstellung von Trachtpflanzen für Honigbienen und andere Insekten ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.

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Überleben am seidenen Faden…

Alles im Lot – auf dem sinkenden Boot?

Der Brief auf den ersten Blick irgendwie paradiesisch, wie in einem Land, wo Milch und Honig fließen.
Also alles Entwarnung, kein Bienensterben in Sicht, keine vergifteten oder hungernden Insekten…?
Heißt das nun tatsächlich: Friede, Freude, Honigkuchen?

Oder schmiert man mir nur Honig ums Maul, dessen süßer Geschmack ja bekanntlich harmonisch stimmen soll?

Mit Schwänzeltanz zum Zuckerwasser

Ich habe mir meine Gedanken gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man hier mit Schwänzeltänzen versucht, Trachtquellen aufzuzeigen, die letztlich jedoch nur aus Zuckerwasser bestehen.

Sicher ist es toll, dass sich seit 2010 die Anzahl der Imker und Bienenvölker erhöht hat. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sich mehr Menschen für den Erhalt der Bienen engagieren, weniger mit der Politik.

In Rheinland-Pfalz gibt es lt. Schreiben inzwischen 5400 Imker, die über die Verbände organisiert sind. Gleichzeitig schreibt man von 14.500 Imkern, die sich an der Umfrage zu der Entwicklung der Bienenvölker im Winterhalbjahr 2016/17 beteiligt haben. – Imker aus Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern! Wirkt denn diese Zahl angesichts von alleine 5.400 Imkern in Rheinland-Pfalz nur auf mich relativ gering?

Genau das stellt auch das vermeintlich „beruhigende“ Ergebnis der Umfrage im Verhältnis zu den letzten 20 Jahren ein wenig in Frage. Denn die Frage ist immer, wie viele und welche Imker aus welchen Regionen in welchen Jahren an dieser Umfrage teilgenommen haben. Waren es in manchen Jahren jene aus Regionen mit vermehrt intensiver Landwirtschaft, und in anderen Jahren wiederum nicht? Schwankte die Zahl der Imker? Gibt es welche, die nach großen Verlusten in Jahren mit einem Spitzenwert von 28% das Imkern im nächsten Jahr aufgegeben haben und es daher zu keinem Ausfall bei ihnen mehr kam? Fließen solche Faktoren in die Statistik mit ein?

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Nicht nur Insekten brauchen Vielfalt und eine giftfreie Umwelt

Und vor allem: Wäre eine Steigerung innerhalb der letzten 50 Jahre zu erkennen? Denn auch vor 20 Jahren hatte die monokulturelle Landwirtschaft ja bereits Fuß gefasst. Wie hoch waren die Winterverluste vor den monokulturellen Wüsten und dem Einsatz von Nervengift auf den Äckern?
Verfährt man tatsächlich in etwa so, wie manch Klimawandel-Skeptiker argumentiert? Der neue Hitzerekord wird geknackt, aber im Sommer vor 50 Jahren war es auch an einem Tag schon mal so warm. Dass jedoch innerhalb der letzten 10 Jahre in 8 Jahren immer wieder neue Hitzerekorde gebrochen wurden, und dass diese Entwicklung eine deutliche Tendenz nach oben zeigt – im Vergleich zu den Hitzerekorden der letzten 50 Jahre – dies können solche Statistiken schlicht und einfach gar nicht abbilden. Denn sie greifen zu kurz.

Der Coctail macht das Gift

Genauso kurz greift die die Aussage, die meisten Gifte im Pollenbrot seien nur in Spuren vorgekommen, bei einigen habe es jedoch auch „höhere Wirkstoffmengen“ gegeben. Wie viel höher diese waren, gibt man nicht an. Auch berücksichtigt man nicht die Mischung verschiedener toxischer Substanzen, und somit deren Wechselwirkungen untereinander. Diese Giftigkeit wird nämlich gar nicht erforscht!

Die beste Aussage in diesem Zusammenhang ist jedoch jene, dass u.a. das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig sei und dadurch geprüft würde, dass „kein unvertretbares Risiko für Bienen“ bestehe.
Wie man in der Presse in diversen Berichten und Reportagen hören, lesen und sehen kann, beruhen die Erkenntnisse des BfR vor allem auf Studien jener Unternehmen, die die Gifte selbst produzieren und in Umlauf bringen möchten. Weil sie mit ihnen Milliarden Euro verdienen!
Diese werden sicher nicht ihr eigenes Produkt schlecht reden…

Und selbst wenn bestimmte Grenzwerte von Giften in Lebensmitteln oder in der Umwelt überschritten werden, scheut man sich nicht davor, diese Grenzwerte einfach anzuheben, ohne eine (wissenschaftliche) Begründung zu liefern. Die ehrliche Begründung wäre schlicht „Profitgier“. Aber das wäre nicht so medienwirksam.

Wir können ähnliche Ent- und Verwicklungen auch gerade beim Diesel-Skandal beobachten. Dieser offenbart die engen Verflechtungen von Volksvertretern und Konzernen, die auch besonders bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln (und Chemikalien allgemein) offensichtlich das Handeln jener Stellen beeinflussen, die uns eigentlich schützen sollten.

Blindflug in den Tod

Es gibt deutliche Hinweise, dass vor allem Neonicotinoide die Orientierungsfähigkeit von Bienen derart beeinflussen, dass sie kein Futter mehr finden, oder sich verirren und nicht mehr zum Volk zurückkehren. Kein Wunder! – Neonicotinoide sind ja auch NERVENGIFTE, die gerade Insekten TÖTEN sollen!

Dadurch, dass sich Honigbienen eines Volkes verirren oder kein Futter mehr finden, sinkt die Anzahl der Bienen, was das gesamte Volk für die Überwinterung schwächt. Hinzu kommt Nahrungsmangel, der sehr wohl herrscht. Denn die angeführten Monokulturen, wie Rapps, Bohnen usw. sind zwar ein gutes Futterangebot für Insekten. Doch wachsen diese nicht das ganze Jahr über. Außerhalb der Blühzeiten dieser Gewächse, beispielsweise in den Sommermonaten, werden die Felder zu wahren Wüsten. Außerdem ist auch nicht jeder Acker von Bohnen, Rapps & Co. bewachsen. Hier in Rheinhessen finden sich beispielsweise vorwiegend Weinberge. Die Weinrebe bietet Bienen nur evtl. den Saft der reifen Tauben als Energiequelle. Die „Büten“ werden von ihnen gar nciht angeflogen“. Und je nach Jahreszeit muss man wirklich Glück haben, dort Wildkräuter oder andere Blühpflanzen zu finden.
Daran ändern auch Blühstreifen nur relativ wenig. Sie sind noch immer viel zu selten zu finden, sie können keine natürliche Vielfalt ersetzen und außerdem werden diese Maßnahmen oftmals als Blühstreifen deklariert, jedoch vielmehr als Gründünger genutzt. Dies hilft vielen Insekten herzlich wenig.
Wenn sie dann auch noch im Umfeld der Blühstreifen durch Gifte belastet werden (was in der Regel der Fall ist), kehrt dies die Wirkung um und schadet am Ende sogar den Insekten.

Die Varroamilbe – das „Bauernopfer“?

Aber das „Deutsche Bienenmonitoring“ offenbart doch, dass vor allem die Varroamilbe für die Winterverluste verantwortlich ist?
Das mag sein – die Varroamilbe ist tatsächlich eine große Gefahr für die Bienen. Doch je schwächer und kränker ein Volk ist, je mehr es durch Gifte und Mangelernährung belastet und reduziert wurde, desto eher wird es durch den Befall mit der Varroamilbe dahingerafft.  Auch diesen Zusammenhang können (oder sollen?) die Ergebnisse des Bienenmonitorings nicht darstellen, da der Scheuklappenblick eine ganzheitliche Sicht auf das Problem unterbindet.

Kurzum: Nein, mit diesen „beispielhaften Ausführungen“ konnte man mir leider nicht darlegen, „dass in RLP sowohl dem Bienenschutz als auch der Bereitstellung von Trachtpflanzen für Honigbienen und andere Insekten ein hoher Stellenwert eingeräumt wird“. Vielmehr hat man den Eindruck verstärkt, dass eine ganzheitliche Lösung des Problems gar nicht auf der Agenda steht. Und dass man vielmehr lieber totschweigt, da einige Chemieriesen in Rheinland-Pfalz (und auch in dessen Volksvertretung?) angesiedelt sind.

 

 

 

 

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6 Gedanken zu “Friede, Freude, Honigkuchen?

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag und vor allem für dein Engagement! Ja, man will einfach nicht sehen, das das Schiff sinkt…Deine Ausführungen kann ich alle sofort unterschreiben!

    Was mich daran ebenfalls ziemlich aufregt, ist, dass sich Landwirtschaft und Behörden immer auf die Honigbienen konzentrieren. Die Kombination aus Honigbienen und anderen bestäubenden Insekten ist doch der Clou! Denn: In einem verregneten und/oder kühlem Frühjahr fliegen die Honigbienen gar nicht ausreichend, um all die vielen Obstblüten zu bestäuben. Da sind es dann v. a. die Hummeln, die fliegen und bestäuben! Außerdem hat man festgestellt, dass Honigbienen auch oft Nektar holen, ohne zu bestäuben, weil sie sich am Pollen vorbeischummeln.
    Und: Es ist extrem ungesund, nur auf die Honigbienen zu setzen. Was, wenn kein Imker in der Nähe seine Bienen aufstellt? Oder die vorhandenen Völker den Winter nicht überleben? Wer bestäubt dann im Frühjahr Obst und Gemüse in den Gärten?
    Abgesehen davon, gibt es auch einen Haufen anderer Insekten, die für gesunde Ökosysteme notwendig sind, die durch die Insektizide sterben. Zum Beispiel diejenigen, die für die Verrottung und Bodenbildung verantwortlich sind.
    Aber es muß wohl erst alles kollabieren, bis man was ändert…
    Traurig, echt…

    Gefällt 3 Personen

    • Ja, Du hast vollkommen Recht! Sie beziehen sich auf die „nutzbringenden“ (also Honig produzierenden) Bienen. Dass aber so viele andere Insekten an der Bestäubung beteiligt sind, das ignorieren sie komplett. Und dass diese Bestäubung nicht nur die Kulturpflanzen betrifft, sondern auch Sträucher und Wildkräuter, die wiederum Beeren für Vögel und Kleinnager bieten. Und diese sind wiederum Beute für Greifvögel. Greifvögel halten z.B. die Wühlmauspopulationen in Schach und wenn die Bestände der jagenden Vögel zurückgehen, drohen die Bestände von Wühlmäusen zu explodieren, wodurch sie erst zum Schädling werden… Und was schließt man daraus: Genau, man bekämpft die Wühlmäuse dann eben auch mit Gift. Wie Du auch geschrieben hast, leiden Bodenbewohner ebenso unter den Giften. Regenwürmer und im Boden lebende Insekten sterben daran und die Bodenqualität verschlechtert sich. Außerdem sind diese Würmer ja auch wieder Beute für Vögel, Nager und andere Tiere… Da greift alles ineinander. aber so ganzheitlich betrachten die Entscheidungsträger scheinbar die Welt nicht. Da heißt es, entweder Honig, oder eben kein Honig. Gerade habe ich einen interessanten und erschreckenden Artikel gelesen zum Thema „Neonicotinoide“. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neonicotinoide-so-gefaehrlich-sind-pflanzenschutzmittel-fuer-hummeln-a-1162778.html . Ich werde das Ministerium in jedem Fall noch einmal mit Fragen löchern und auch mit diesem Artikel konfronieren. Vielleicht nutzt es nichts, aber ich bin es wenigstens los geworden… 😉

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  2. Vielen Dank für deinen wichtigen Beitrag !!! Da heißt es wohl dran bleiben. Und: Zettel gut aufbewahren. Den könnte man später vielleicht noch mal als Beweis für Untätigkeit gebrauchen 😉 Scherz beiseite. Es ist schon krass, wenn die so wenig Handlungsbedarf sehen. Rapsfelder sind eher eine Katastrophe, als eine Trachtpflanzenquelle. Wie du sagst, bieten sie nur kurzzeitig Nahrung. Ist das Feld abgeblüht, droht u.U. der Hungertod, weil sonst nichts mehr wächst. Vielleicht sollte man die Verantwortlichen mal drauf aufmerksam machen, daß einiges von dem, daß sie dir hier ums Maul schmieren, nichts oder nur sehr wenig taugt. Vielleicht muß man diese Leute tatsächlich aufklären, wenn sie glauben, mehr Imker und eine höhere Bienenvölkerzahl wären ein Argument gegen das Bienen- und Insektensterben. Mehr Imker und mehr Bienen heißt ja nicht ,daß damit die Menge an Nektarpflanzen steigt. Die muß ja geschaffen werden und das möglichst giftfrei. Ebenso das mit dem Raps. Offensichtlich wissen die Verantwortlichen viel zu wenig !! –
    Und dann gehts mir ähnlich wie Sabine: die Bienen als „Nutztiere“ machen auf das Problem aufmerksam. Sie haben aber den Vorteil, daß sie durch die Imker mit Zusatznahrung unterstützt werden können. Andere Insekten, wie beispielsweise die Hummeln, verhungern einfach. – Das die Menge der Gifte im Pollenbrot als nicht so schlimm angesehen werden, kann ich auch nicht nachvollziehen. Hat man denn Proben gefunden, die giftfrei waren ? Ist ein Giftanteil bereits Standard heutzutage ?? Und wieviel Gifte möchte man diesen Kleinstlebewesen noch zumuten ? – 1400 Hektar Blühstreifen (wenn sie denn eingehalten werden) klingen nicht nach sehr viel, wenn man bedenkt, wieviel täglich in Deutschland an Flächen versiegelt werden !!! Ich frage mich: glauben die selbst, was sie dir geschrieben haben, wollen sie es schön reden oder sind sie einfach komplett ahnungslos ???? Und was von alledem ist am Schlimmsten ??? Jedenfalls gut deine Aktion, nachzufragen und ich denke wirklich, man sollte denen mal Infobroschüren zukommen lassen…..

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    • Ja, ich werde da nicht locker lassen. 🙂 Und werde demnächst das Ministerium mit weiteren Fragen löchern und mal mit den Fakten konfronieren. Auch mti einem aktuellen Artikel im Spiegel. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neonicotinoide-so-gefaehrlich-sind-pflanzenschutzmittel-fuer-hummeln-a-1162778.html
      Ich glaube ja, dass sie einfach nur denken, alles wäre harmlos. Aber ich fürchte, dass manche zumindest sehr genau wissen, dass es überhaupt nicht harmlos ist. Sondern dass sie mit dem Feuer spielen. Und sie sind gleichzeitig darauf bedacht, Chemieriesen gerade auch in Rheinland-Pfalz nicht vor den Kopf zu stoßen. Da kommen dann die Argumente mit den Arbeitsplätzen, dem Wirtschaftsstandort und den Steuereinnahmen als Totschlag-Arguement. Dass diese Riesen sich aber auch nicht um die Meinung der Politik bzw. der Allgemeinheit scheren, wenn sie mal wieder Stellen abbauen, nur um ihre Gewinne zu vergrößern und die Aktionäre glücklich zu machen, das vergessen die Entscheidungsträger leider oft.
      Du hast vollkomemn Recht – 1400 Hektar Blühstreifen sind wirklich minimal. Sie sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Und sie sind nicht mal gewollt. Bei uns in der Region werden und wurden Hecken, die innerhalb der Weinberge standen, regelmäßig zurückgeschnitten und auf radikalste Weise „bearbeitet“. So verschwinden die letzten Unterschlupf- und Brutmöglichkeiten für Vögel, aber auch Blühpflanzen für Insekten. Und ein Blühstreifen, den ich hinter meinem Gartengrundstück angelegt hatte und der den benachbarten Bauern eigentlich nicht stören sollte (er baut auf einem angrenzenden Acker Klee an), hat schon für Unmut gesorgt, weil dieser Blühstreifen breiter als 50 Zentimeter sei und den Bauern (dessen Acker noch weitere 50 Zentimeter entfernt liegt) angeblich stören könne. Aber geändert habe ich trotzdem nichts an dem Blühstreifen.
      Ich habe das Gefühl, selbst bei vielen Landwirten ist das Bewusstsein noch gar nicht vorhanden, dass sie auf Bienen und Bestäuber angewiesen sind. Sie belächeln meine Leserbriefe, in denen ich ab und zu in der Regionalpresse auf das Bienensterben aufmerksam mache. Zwar kann ich sie dann belächeln, wenn sie mit Pinsel und Apfelbaumpollen in ihren Bäumen herum klettern, da es nicht mehr genügend Insekten gibt, die ihr Obst bestäuben könnte. Doch soweit will ich es ja nicht kommen lassen. 🙂

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    • Es ist viel bequemer, zu ignorieren. Denn ansonsten wäre die Konsequenz, dass man sein Verhalten und manche Dinge im eigenen Leben überdenken und ändern müßte. Aber das wollen viele nicht. Sie wollen nichts an ihrem Leben ändern. Ich hab das schon öfters in Gesprächen so gesagt bekommen, was sich echt bitter anfühlt.
      Zum Glück gibt es aber auch andere Menschen, wie euch zum Beispiel, Almuth und grünschreiber 🙂 und viele viele andere auch. Es ist nie umsonst, sich einzusetzen, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Entscheidend ist, dass man selbst authentisch ist. Dass man so handelt wie man spricht. Und manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, springt die Begeisterung auf jemand anderen über. Vielleicht ist es auch erstmal nur ein kleiner Funke, aber er ist geflogen.
      🙂 „Wer nicht versucht zu kämpfen, hat schon verloren!“ 🙂

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  3. Das kann ich dann auch nicht nachvollziehen, wenn sich jemand von deinem schmalen Blühstreifen noch gestört fühlt ! Toll, daß du sowas angelegt hast !!! Einige Bauern sind allerdings so unter Druck, daß sie versuchen, aus jedem cm noch was rauszuholen (was dann zwar auch nichts mehr hilft, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt..)
    Manche der Firmen wissen bzw. wußten, daß diese Pestizide nicht harmlos sind. Es gibt hier gerade eine Petition bei sumofus.org (neben 2 oder 3 weiteren in Sachen Bienen), da geht es genau darum, daß diese Firmen ihr Wissen offenlegen sollen: https://actions.sumofus.org/a/bayer-and-syngenta-stop-suppressing-bee-research?source=campaigns
    Ich verstehe auch dieses kurzfristige Denken nicht. Wenn sie heute alles kaputt machen, womit wollen sie dann morgen ihr Geld verdienen ??? Das ist wie mit den Fischereifangquoten. Wenn heute alles weggefischt wird, können sie morgen alle ne Umschulung machen, aber manchen Leuten ist das wohl egal. Zum Ausflippen ! Tja, und bei manchen muß man vielleicht immer noch mehr Aufklärung betreiben. Vielleicht sollte man noch mehr auf die Vorteile setzen, denn es gibt ja Untersuchungen, wo sich gezeigt hat, daß Pflanzen, die von Insekten bestäubt wurden, besonders große, schöne und gesunde Früchte bilden. Gut, wer Mais oder Getreide anbaut, den interessiert das womöglich nicht….
    Ja, alles nicht so einfach. Viel zu vielen Menschen ist offensichtlich jegliche Beziehung zur Natur abhanden gekommen. Hoffen wir, daß sich das ändert, bevor es zu spät ist ! Also weitermachen ! Danke für dein Engagement !!!

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