Das oberste Ziel: Vollbeschäftigung

Heute nur ein ganz kurzes Gedankenspiel. Mich ließ nämlich die Aussage vom CDU-Generalsekretär nicht so ganz los.

Es ging um das CDU-Wahlprogramm für die Bundestagswahlen, das die Vollbeschäftigung als höchstes Ziel anstrebt.

Und jemand stellte auf Twitter die Frage, ob diese Vollbeschäftigung bedeute, dass er dann drei Minijobs annehmen müsse, um mit seinem Gesamt-Verdienst überhaupt leben zu können.

Die Antwort des CDU-Generalsekretärs kam prompt: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, brauchen Sie keine drei Minijobs“

Diese Aussage wirkt schon sehr unangemessen, wenn man sich anschaut, dass mindestens vier Millionen Menschen in Deutschland trotz sozialversicherungspflichtigem Job (!!!) armutsgefährdet sind. Haben die dann alle „nichts Anständiges“ gelernt?

Das Wort „Anständig“ kommt ja auch vom Wort „Anstand“ und von diesem haben solche Volksvertreter jedenfalls offenbar noch nichts gehört. Anstatt sich um die Menschen zu kümmern, die Vollzeit arbeiten und trotzdem nicht davon leben können, verbreitet man solche „Weisheiten“ und steckt die bedingungslose Vollbeschäftigung als Ziel.

Die Aussage hätte wohl eher anders lauten müssen: Hätten wir Politiker, die Anstand und was Anständiges gelernt haben, wüssten die wovon sie reden, die uns eigentlich vertreten (sollten). Dann hätten wir in Deutschland keine prekären Beschäftigungsverhältnisse, keinen Mindestlohn von 8 Euro/Stunde (das sind nur 1280 Euro brutto pro Monat!) und bräuchten definitiv keine drei Nebenjobs.
Und ist es eigentlich anständig, angesichts von über vier Millionen Menschen, die von Armut bedroht sind, sich trotzdem immer und immer wieder die Abgeordneten-Diäten zu erhöhen? Anstatt wenigstens die Sozialabgaben dieser Geringverdiener zu tragen und ihnen so Entlastung zu bringen. Oder einfach den Mindestlohn auf 10 Euro zu erhöhen?

Leider haben wir jedoch solche anständigen Politiker nicht.
Das heißt: Bald stehen ja auch die Wahlen vor der Tür und jeder hat die Möglichkeit dafür zu sorgen, solche Sprüche mit dem Wahlzettel „abzumahnen“. Ich werde es jedenfalls tun.

 

 

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