Sellerieschnitzel mit Pommes und Rote Bete-Salat

Fleisch nimmt ein Stück Lebenskraft

Karfreitag war ein Tag der Stille, der Einkehr, des Nachdenkens. Und auch ein Tag, an dem die christliche Tradition besagt, dass kein Fleisch gegessen werden soll.
Nun ist mir dies nicht sonderlich schwer gefallen, da ich ohnehin Vegetarier bin. Doch stellen sich mir trotzdem einige Fragen. Ich esse deshalb kein Fleisch, da ich es nicht als richtig ansehe, einem fühlenden und denkenden Wesen sein Leben zu nehmen, nur damit es bei mir auf dem Teller landet. Der herzhafte Geschmack von Fleisch allerdings (auch Umami genannt) fehlt mir dabei schon ab und zu. Dafür gibt es ja Fleischersatzprodukte, die herzhaft schmecken. Doch sind die wirklich „das Gelbe vom Ei“? Sind sie besser für das Tierwohl? Und sind sie gesund für den Konsumenten?

Fleisch sei ein Stück Lebenskraft, heißt es. Und in weiten Teilen der Bevölkerung steht man noch immer der vegetarischen Ernährung kritisch gegenüber. Selbst ein wöchentlicher Veggie-Tag in der Kantine ist umstritten und ein solcher Vorschlag verursacht heftige Reaktionen. Der Bundesminister für Ernährung fordert gar das Verbot von Bezeichnungen wie „Vegetarisches Schnitzel“, um die Menschen nicht in die Irre zu führen. Andere Irreführungen der Lebensmittelindustrie lässt er zu.

Als „so wertvoll wie ein kleines Schnitzel“ dürfen Zuckerbomben weiterhin bezeichnet werden, ebenso darf das „Extra-Portiönchen Milch“ als „Portion“ ausgewiesen werden, während der hohe Zuckergehalt unter den Tisch fällt. Man muss ja Prioritäten setzen…

Ende Gelände

Dabei wissen wir es alle, oder können es zumindest erahnen: Wir müssen den Fleischkonsum senken, um verschiedene Katastrophen und Missstände in den Griff bekommen zu können.

Zunächst einmal ist der hohe Fleischverbrauch ungesund für den Verbraucher, steht im Verdacht Krebs zu begünstigen, nachgewiesenermaßen ist er für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Und auch für viele weitere Krankheiten. Hinzu kommt der Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung, der Bakterien resistent macht. Und resistente Erreger werden zunehmend zur Bedrohung für uns alle, da die stärkste Waffe gegen Infektionskrankheiten in der Massentierhaltung verfeuert wird.

Auch die Gesundheit und das Wohl der Tiere stehen keinesfalls im Mittelpunkt der Massentierhaltung. Tiere durchleben jeden Tag unsägliches Leid, damit das Fleisch an der Theke möglichst billig zu haben ist und davon immer mehr vertilgt werden kann. Dabei landen auch viele tierische Produkte aufgrund der Überproduktion oft im Müll.

Die Massentierhaltung trägt maßgeblich zum Klimawandel bei, ist an der Zerstörung von Naturflächen und Regenwald beteiligt. Sie zerstört die Existenz von Kleinbauern in der Dritten Welt und in Schwellenländern, denen man die Felder wegnimmt, um dort Futter für die Massentierhaltung anzubauen.

Zugleich reichen die Flächen und die natürlichen Ressourcen dieser Welt bei weitem nicht aus, wenn jeder pro Tag ein Schnitzel vertilgen möchte. Die bald 9 Milliarden Menschen der Erde lassen sich so nicht ernähren! Hungersnöte werden zu- und nicht abnehmen. Eine Abkehr vom Fleisch-Wahn ist unausweichlich!

Mission Ekelfood

Findige Geschäftemacher wittern jetzt die Möglichkeit, Insekten im großen Maßstab zu züchten. Ja, es gibt sogar bereits Zuchtapparate für Otto-Normalverbraucher zu kaufen, in denen man Unmengen der Tiere auf engstem Raum züchten kann, um sie dann zu verspeisen.
Das soll die Lösung sein? Ich denke nicht!
Denn Insekten können zwar nicht schreien, sodass wir sie hören. Dass sie jedoch soziale, empfindsame und intelligente Wesen sind, lässt sich nicht bestreiten.

Die Brutfürsorge der Feuerwanze, die sich aufopferungsvoll für das Wohl ihres Nachwuchses einsetzt ist ebenso ein Zeichen für die soziale Kompetenz von Insekten, wie das Zusammenspiel der Honigbiene, der Ameisen und anderen Staaten bildenden Insekten.
Die Intelligenz des Bienenvolkes und die Fähigkeiten des einzelnen Individuums zeigen auch, dass wir es bei Insekten nicht mit dummen Lebewesen zu tun haben.

Haben wir also das Recht, solche Tiere auf engstem Raum einzupferchen? Und sie dann lebendig in siedendes Öl zu werfen, wenn sie fett genug sind, um sie zu braten und zu verspeisen? Das heißt, manche Insekten werden ja sogar bei lebendigem Leibe verzehrt.

Angesichts dessen fragt man sich: Findet die Perversion kein Ende?

Und schon sieht man an Ostern bunt gefärbte Küken, die man bereits vor ihrer Geburt mit Chemikalien behandelt hat, damit sie als blaue, grüne oder rote Küken schlüpfen. Nur um diese Tiere dann Kindern zu schenken, die sie völlig artwidrig aufziehen und schnell das Interesse an ihnen verlieren. – Speziell, wenn die Farbe im Laufe der Zeit aus den Federn verschwindet und das Huhn wieder „natürlich“ aussieht und vor allem: größer wird…
Nähere Informationen über eingefärbte Küken sind hier https://netzfrauen.org/2016/03/17/eingefaerbte-kueken/ zu finden.
Noch findet der Trend in Asien, den USA und der Türkei statt. Doch laut einer Meldung von PETA http://www.peta.de/tierqual-trend-zoofachgeschaeft-in-halberstadt-verkauft-eingefaerbte-kueken#.WPHsXIVOI5g scheint er auch nach Deutschland zu schwappen.

Irgendwie erkennt man an dieser Entwicklung am besten, dass die Menschheit zumindest im unmoralischen, perversen Verhalten den Tieren haushoch überlegen ist.

Ich denke jedenfalls, dass es nicht die Lösung sein kann, dass wir die einen gequälten Kreaturen durch andere ersetzen. Und nun die Massentierhaltung zu Hause in der Küche in Form von Insektenfarmen betreiben. Ein echter Wandel muss her!

Zum vegetarischen Schnitzel…

Hier versprechen vegetarische Fleischersatzprodukte Abhilfe.
Ich habe diese einige Zeit lang gekauft und so meine Lust am Fleisch-Geschmack gestillt. Viele waren lecker. Besonders mochte ich die Schnitzelvariante aus Milch sehr gerne, ebenso die vegetarische Bolognese und den Zucchini-Kuchen im Glas mit Soja-Schnetzeln.
Einige waren aber auch zugegebenermaßen ungenießbar. Ich werde beispielsweise niemal den Weihnachtsbraten aus Seitan vergessen, der quietschte, wenn man drauf biss und der widerlich künstlich nach Plastik schmeckte! Mit ihm war das Festmahl gelaufen…

Die direkte Folge vieler Fleischersatzprodukte war jedoch irgendwann: Sodbrennen.
Nun habe ich einen empfindlichen Magen, was das erklären könnte. Doch ein Blick auf die Zutatenliste offenbarte mir auch, dass der Geschmack jener Fleischersatzprodukte durch chemische Zusätze zustande kam. Und diese klangen einfach nicht gesund!
Produkte aus Seitan, also Weizengluten, sind zudem schlecht verdaulich und nicht gerade förderlich für die Darmgesundheit.

Aber auch vom gesundheitlichen Aspekt abgesehen, stellte ich mir bald einige Fragen:

Kann ich Schnitzel, die aus Milch hergestellt werden, wirklich kaufen, nur weil sie nicht das Fleisch gequälter Tiere enthalten, wohl aber die Milch? Wie lebte wohl das Huhn, das das enthaltene Ei gelegt hat?

Wurden die Sojabohnen konventioneller Produkte umweltfreundlich angebaut, oder wuchsen sie in der Erde eines gerodeten Regenwalds? Wurden sie mit Giften behandelt?

Ist Palmöl in den Fleischersatz-Produkten enthalten, das gewaltige Zerstörungen verursacht und zudem auch noch gesundheitlich bedenklich ist?

Und welches Unternehmen unterstütze ich eigentlich, wenn ich von ihm vegetarische Produkte kaufe, es aber auch weiterhin Fleischprodukte anbietet? Fördere ich dadurch nicht auch die Massentierhaltung, selbst wenn ich nur vegetarische Produkte kaufe?

Nein, Fleischersatzprodukte können auch nicht die Lösung sein!

Aber was tun, wenn einem als Vegetarier die Lust nach herzhaftem, fleischähnlichem Geschmack packt?
Ich habe selbst den Kochlöffel geschwungen und einige Alternativen hergestellt.
Und ich war überrascht, welch wunderbare Geschmackserlebnisse man erreichen kann. Ohne den Hauch von Fleisch, ohne chemische Zusätze und ohne Insekten.

Hier einfach mal ein paar leckere Rezepte für Fleischesser, Vegetarier und solche, die es werden wollen…

Sellerie-Schnitzel

Dieses ist ein wahres „Fastfood“, weil es sehr schnell fertig ist.
Man nehme eine Sellerieknolle, koche sie, schneide sie in etwa 2 Zentimeter dicke Scheiben, paniere sie wie ein „echtes“ Schnitzel und brate sie kurz an.

Das Sellerie-Schnitzel schmeckt sehr lecker zu Pommes Frites und Ketchup, ich kann es mir aber auch auf Toast mit einer überbackenen Scheibe Käse und Ananas als „Hawaii-Schnitzel“ vorstellen.

Sellerieschnitzel mit Pommes und Rote Bete-Salat
Sellerieschnitzel mit Pommes und Rote Bete-Salat

Vegetarisches Mett

Auch auf Mett muss ein Vegetarier nicht verzichten. Die Konsistenz ist täuschend ähnlich, der Geschmack zumindest lecker und herzhaft, wenn er auch nicht ganz an Schweinemett heran reicht.

Man nehme hierzu:
3 Reiswaffeln
100 ml Wasser
Einen EL Tomatenmark für die Farbe
½ Zwiebel
Pfeffer
Salz
Paprikapulver

Die Reiswaffeln werden ein wenig zerkleinert, mit heißem Wasser übergossen. Dann lassen sich die restlichen Zutaten mit den weichen Reiswaffeln vermischen und nachdem das ganze abgekühlt ist, schmeckt es superlecker mit ein paar klein gehackten Zwiebeln.

Vegetarisches Mettbrötchen
Vegetarisches Mettbrötchen

Bohnen-Burger

Auf eine leckere Frikadelle z.B. für einen Hamburger muss man auch nicht verzichten.
Man braucht hierzu nur folgende Zutaten:

200 g Bohnen
100 g Haferflocken
Petersilie je nach Geschmack
Ein wenig Liebstöckel je nach Geschmack
Schnittlauch (oder besser noch Schnittknoblauch)
1 Ei
Tomatenmark
½ TL Thymian
Salz
Pfeffer

Nun werden die Bohnen erst mal über Nacht eingeweicht, am nächsten Tag weich gekocht. Dann stampft man sie zu einer mehr oder weniger matschigen Masse. Man mischt die restlichen Zutaten bei, vermischt alles ordentlich, formt Frikadellen, bestreicht sie mit Pflanzenöl und schon sind sie bratfertig. Übrigens sind sie auch supergut für den Grill geeignet.

Bohnen-Frikadellen

Linsen-Cheddar-Braten mit Himbeer-Pinien-Feldsalat

Und auch zum quietschenden Weihnachtsbraten habe ich eine leckere Alternative entdeckt:

250 g Linsen
500 ml Gemüsebrühe
1-2  Lorbeerblätter
1 EL Butter
125 g Paniermehl
250 g Cheddarkäse
Gehackte Petersilie
Je nach Geschmack Lauch
150 g Pilze (Steinchampignons, Austernpilze o.ä.)
Ein wenig Zitronensaft
2 Eier
Salz
Pfeffer

Linsen, Brühe und Lorbeerblatt werden 20 Minuten kochen lassen, bis die Linsen die Flüssigkeit komplett aufgesaugt hat. Dann wird das Lorbeerblatt heraus genommen. Den klein geschnittenen Lauch, den Käse, die klein geschnittenen Pilze, das Paniermehl und die Petersilie hinzu geben.
Gewürze und Eier sowie Zitronensaft hinzugeben.
Diese Mischung wird nun in eine Kastenform mit ausgelegtem Backpapier gefüllt und glatt gestrichen.
Der Braten bleibt bei 190 °C ca. für eine Stunde im Backofen und wird dort goldbraun gebacken.

Hierzu passt eine Käsesoße aus Gorgonzola oder Parmesan, sowie Pellkartoffeln als Beilage. Ein Feldsalat mit einem Himbeeressig-Pinienkern-Dressing rundet das ganze ab und quietscht garantiert nicht beim Kauen…

 

 

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