Fasten?

Fastenzeit – ein weiterer Grund für mich, meine Ernährung näher zu betrachten und umzustellen. Denn ich mag Süßigkeiten sehr gerne. Schokolade und Lakritze, aber auch Kuchen esse ich definitiv zu oft. Doch ich bin damit nicht allein. Zucker ist ein Stoff, der in vielen Lebensmitteln steckt und inzwischen massenhaft eingesetzt wird. Auch immer mehr Weißmehlprodukte sind in unseren Lebensmitteln enthalten. Und Weißmehl wirkt sich wie Zucker in größeren Mengen auf den Körper negativ aus. Die Industrie nutzt den Umstand, dass Zucker süchtig macht und somit den Lebensmittelkonsum antreibt. Sie wirbt bewusst auch um Kinder als Kunden, deklariert die „Extraportion Zucker“ als „Extraportion Milch“. Und sie nimmt dabei in Kauf, dass es immer mehr übergewichtige, zuckerkranke Kinder und Erwachsene gibt.

Fastenzeit bedeutet  für mich vor allem eines: Ein Überdenken der bisherigen Lebensweise.
Ich schlage mich in letzter Zeit öfters mit Sodbrennen herum, leide unter Migräneattacken.

Gerade der Magen reagiert, so wie ich es in der Zwischenzeit festgestellt habe, relativ gereizt auf meinen Süßigkeiten-Konsum. Zwar esse ich keine Tafel Schokolade auf einmal, aber über den Tag verteilt sind es schon einige Zuckerbomben sowie Weißmehlprodukte. Und auch in unverdächtigen Lebensmitteln findet man teilweise verblüffend viel Zucker. Beispielsweise hatte ich gestern ein Glas Bohnen (360g) in der Hand, das fast 15g Zucker enthielt. Das klingt nicht nach viel, doch sind es zwei Teelöffel (!) Zucker, die allein in diesen Bohnen stecken. Alles in allem summiert sich jede Zuckerdosis am Ende des Tages zu vielen Esslöffeln…

Mit dieser Zuckerüberflutung möchte ich brechen. Und daran sind nicht nur meine Magen-Probleme schuld. Schließlich ist das Sodbrennen nur ein Symptom, als Zeichen des Körpers, dass etwas nicht in Ordnung ist mit meiner Ernährung.

Zucker macht süchtig

Es klingt etwas seltsam, im Zusammenhang mit Zucker von einer Sucht zu sprechen. Und doch ist es eine Art Suchtverhalten, das der Konsum von Süßem und von Weißmehlprodukten auslöst.

Weißmehlprodukte sind leicht und schnell verdaulich. Die Moleküle bestehen aus kurzen Ketten, die vom Organismus flugs aufgespalten und aufgenommen werden können. Diese Kohlenhydrate landen relativ schnell in der Blutbahn, ähnlich wie der gewöhnliche, raffinierte Industriezucker oder auch Sirup. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel schnellt in die Höhe.

Die Bauchspeicheldrüse, die unseren Zuckerspiegel reguliert, reagiert auf diese Spitze mit der Ausschüttung von Insulin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich die Körperzellen öffnen und den Zucker im Blut aufnehmen. Somit sinkt der Zuckerspiegel im Blut auch wieder ab.

Da kurzkettige Molekülketten jedoch relativ schnell aufgenommen werden können, fällt der Blutzuckerspiegel relativ schnell wieder ab. Dadurch ruft der Körper erneut nach Zucker, wir bekommen Heißhunger auf Süßes.
Das ist der Grund, warum Weißmehlprodukte oder auch Süßigkeiten nicht satt machen. Und warum wir nach kurzer Zeit schon wieder ein Hungergefühl verspüren, vielleicht sogar noch ein stärkeres als zuvor. Diese Kohlenhydrate und Zucker sind einfach nur dafür da, möglichst schnell Energie zu liefern, die aber nicht lange anhält.

Der Heißhunger auf Süßes, den wir bekommen, ist der Lebensmittelindustrie natürlich gerade recht. Schließlich packen wir dadurch den zweiten Schokoriegel aus, essen ihn auf und müssen wieder einkaufen gehen…

Zucker macht krank

Diese extremen Zuckerschwankungen sind für unseren Körper überhaupt nicht gut. Für die Bauchspeicheldrüse bedeuten sie Schwerstarbeit. Und die Körperzellen werden  irgendwann resistent gegen das Insulin, das die Bauchspeicheldrüse dadurch in immer größeren Mengen abgeben muss. Die Bauchspeicheldrüse kann irgendwann nicht mehr genügend Insulin produzieren, fällt aufgrund Überlastung aus und das Hormon muss künstlich zugeführt werden: Ein Diabetes Typ II ist entstanden, mit all den negativen Folgen für den Körper

Doch nicht nur die Bauchspeicheldrüse leidet unter dem erhöhten Zuckerkonsum. Bekannt ist, dass Zucker auch ein Grund für Karies ist.
Doch das ist bei weitem nicht alles:

Essen wir zu viele Weißmehlprodukte, meiden wir Roggen, Vollkorn & Co. Uns fehlen dadurch Ballaststoffe, die im Darm dringend gebraucht werden. Zugleich wirkt sich eine solche zuckerhaltige Ernährung auch negativ auf die Darmflora aus, die ganz wichtig im Organismus ist, weil sie direkt mit dem Immunsystem zusammenhängt.

Zu viele Süßigkeiten belasten auch den Magen, sorgen für Sodbrennen.

Allgemein trägt eine zuckerreiche Ernährung dazu bei, dass man zu Entzündungen neigt. In meinem Fall wäre die Migräne vielleicht auch mitunter ein Symptom der falschen Ernährung.

Und was sich auch immer mehr heraus kristallisiert: Krebszellen benötigen einfachen Zucker, um wachsen zu können. Somit steht eine Krebserkrankung wohl zumindest indirekt im Zusammenhang mit dem vermehrten Konsum von Zucker und Weißmehlprodukten heutzutage.

Zucker zerstört

Wie ein Krebsgeschwür breitet sich auch die industrielle Fertignahrung aus. Zucker heizt den Markt mit Fertignahrung immer weiter an – zusammen mit Geschmacksverstärkern wie Glutamat (Hefeextrakt) oder Süßstoffen (wie Saccharin, das übrigens auch in der Schweinemast eingesetzt wird! Mehr dazu auch im Spiegel.)

Doch diese gesamte Entwicklung auf dem Lebensmittelmarkt schadet nicht nur unserer Gesundheit. Hinter ihr steht eine ganze Palette an Umwelt- und Tierschutzproblemen.

Auch bei der konventionellen Lebensmittelindustrie geht es vorwiegend um Gewinnmaximierung. Dem werden Standards für Tierhaltung und Umweltschutz geopfert. Man will möglichst billig produzieren und viel verkaufen.

Also nutzt man eben billigen Zucker, der in Zuckerrohrplantagen oder auf den Zuckerrübenfeldern konventionell unter Einsatz von Giften angebaut wird. Man nutzt billiges Palmöl sowie die Milch vom Bauern aus Billiglohnländern, weil es dort weder Sozial-, Umwelt- oder Tierschutzstandards gibt. Überhaupt stammen die Zutaten konventioneller Produkte oftmals aus Ländern, in denen der Anbau wenig kostet, und man somit die eigenen Gewinne erhöhen kann. Möglichst billiges Getreide wird über weite Strecken transportiert, nur um letztlich im Schokoriegel zu landen. – Der Klimawandel lässt grüßen…

Müll im Rhein
Müll im Rhein

Auch die Meere und Flüsse leiden unter der industriealisierten Lebensmittelproduktion. In ihnen landen immer mehr Plastikverpackungen, da die meisten Produkte (vor allem auch Lebensmittel) verpackt werden. Selbstgemacht oder beim Bäcker eingekauft, bräuchte der Riegel keine Verpackung oder nur eine Papiertüte. Und leider sind auch viele Bioprodukte in Sachen Verpackung alles andere als umweltfreundlich…

Die beste alternative ist daher, sich selbst etwas Gutes zu backen oder beim Biobäcker um die Ecke einzukaufen.

Zuckerkonsum drosseln

All dies sind Gründe, warum ich mir für die Fastenzeit und darüber hinaus vorgenommen habe, meinen Zuckerkonsum zu drosseln. Und wenn ich Zucker einsetze, dann ist es Rohrohrzucker aus ökologischem Anbau oder Honig. Zwar ist Honig auch zuckersüß, doch enthält er wenigstens viele gesunde Inhaltsstoffe. Rohrohrzucker enthält ebenso Vitamine und Spurenelemente – wenn auch nur in geringen Mengen.

Rohrohrzucker
Rohrohrzucker

Durch ein Verzicht auf Zucker verzichte ich automatisch auch ein Stück weit auf industriell hergestellte Nahrung. Und alles in allem zeigt sich hier, wie sehr die eigene Gesundheit mit einer gesunden Natur zusammenhängt. Wie Verbraucher-, Umwelt- und Naturschutz miteinander in Verbindung stehen. Und wie man durch die Änderung seiner Lebensweise gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann…

Soweit die Theorie und Planung… Jetzt geht’s an die Umsetzung…

Habt ihr vielleicht Tipps, die dazu beitragen, dass man eine solche Umstellung auch dauerhaft durchhält? Dass einen nicht der Heißhunger packt? Dann freue ich mich auf eure Kommentare!

Ich werde demnächst über meine Versuche zur Ernährungsumstellung berichten.

Doch vorher gibt’s erst mal Neuigkeiten zum Salat aus der Flasche…

Mehr dazu im nächsten Post.

 

 

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