Gute Vorsätze

Das Jahr 2017 ist nun schon drei Wochen alt. Gerade hat die Weltmacht USA den weltgrößten Narzissten, Populisten und Egoisten zum Präsidenten gekrönt. Auch in Deutschland versammelten sich vor kurzem selbsternannte „Volks-Vertreter“ aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland, um 2017 zum „patriotischen Jahr“ und sich selbst zum Sprachrohr „ihrer Völker“ zu erklären. Dabei fragt man sich: Wie kann man von jenen eine bessere Zukunft erwarten, die das propagieren, was in der Vergangenheit Europa in Schutt und Asche legte?! Die Türkei schafft offenbar die Demokratie ab, in Israel legt man durch den Siedlungsbau den Grundstein für neuen Terror, in der Antarktis zeugt ein viele kilometerlanger Riss von der Klimaerwärmung, die es laut Trump gar nicht gibt und nur eine Erfindung der Chinesen ist.  Und nicht nur in China ringen die Menschen nach sauberer Luft, ächzen unter Smog und Luftverpestung…

Zeit für mich, mal kurz abzuschalten, diesem Wahnsinn nicht mal mehr eine Gehirnzelle zu widmen und mich an meine eigenen guten Vorsätze zu erinnern. Davon gibt es nämlich einige…

Einer davon ist es, noch mehr Lebensmittel selbst zu produzieren. Wenn man einen Blick auf manche Zutatenlisten wirft, erinnert sie eher an den Inhalt eines Chemielabors. Und weniger an das, was man in einem „Mittel zum Leben“ erwarten würde.

Grundsätzlich kann man zwar sagen, dass Bio-Produkte in jedem Fall gesünder für Mensch und Tier sind, und daher auch weiterhin meine erste Wahl bleiben. Doch auch in ihnen steckt beispielsweise Palmöl. Und der Anbau von Ölpalmen zerstört massenhaft Regenwälder. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass dieses Öl nicht gerade gesundheitsförderlich ist, dafür aber sehr günstig.

Zwar sind Bioprodukte auch praktisch frei von Pestizid- und Herbizid-Rückständen. Doch stecken oftmals Bio-Obst und Gemüse, aber auch Joghurt, Käse, Milch und andere Lebensmittel in Plastikverpackungen. Und Plastik ist nicht nur umweltschädlich, seine Inhaltsstoffe können auch auf das verpackte Lebensmittel übergehen und somit in unseren Körper gelangen.

Auch ist die Klimabilanz von Bioprodukten deutlich besser, im Verhältnis zu konventionellen Lebensmitteln. Doch gilt dies nicht für die Transporte. Bio-Äpfel oder Birnen aus Argentinien sind aus meiner Sicht nicht tragbar. Bio sollte auch regional bedeuten.

Nicht zuletzt herrscht ja auch die Diskussion, ob man veganen oder vegetarischen Fleischersatzprodukten einen fleischigen Namen geben darf. Mir wäre die Frage lieber, was eigentlich in diesen Fleischersatzprodukten steckt, ob man sie nicht besser nur mit Maß und Ziel konsumieren sollte. Und was ein Hersteller von solchen Lebensmitteln noch so alles produziert.

Gesunde Ernährung

Kurz gesagt: Mein erster Vorsatz für das Jahr gilt der „gesunden Ernährung“. Und dies sowohl im Hinblick auf die Gesundheit des Menschen, wie auf die Gesundheit von Mutter Erde. Hier mache ich keinen großen Unterschied, denn nur eine gesunde Erde kann gesundes Leben hervorbringen und die Gesundheit erhalten.

Sich gesund, vitalstoff- und vitaminreich zu ernähren ist gerade heute wichtig, da unser Körper vielen Umweltgiften ausgesetzt ist. Nur wenn wir genügend Vitalstoffe und Vitamine zu uns nehmen, die auch von unbelasteten Lebensmitteln stammen, können wir unseren Körper stärken und somit widerstandsfähig gegen Toxine und dadurch bedingte Krankheiten machen. Grund genug also, die ersten Vitaminbomben und Vitalstofflieferanten schon jetzt selbst anzubauen.

So beginne ich heute mit Punkt eins meiner Reihe zur gesunden Ernährung…

Der Start in die Anbausaison

Ich ging bereits im Dezember einen ersten Schritt in die neue Gartensaison. Denn nicht nur die warme Jahreszeit bietet Möglichkeiten, Obst und Gemüse anzubauen und zu ernten. Auch der Winter hat einiges zu bieten, was man selbst anbauen kann.

Zunächst begann ich mit der Pilzzucht. Zwar hatte ich früher schon einmal ein Pilzzuchtset ausprobiert. Bei diesem war aber leider nach zwei Erntewellen Schluss. Da ein solches Paket fast 20 Euro kostet und ich mit meinen damaligen Bemühungen etwa 1,5 Kilogramm Pilze ernten konnte, stellte sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Zwar schmecken die frischen Pilze herrlich, doch ist es recht frustrierend, wenn man nur zweimal ernten kann und dann alles auf dem Kompost landet. Daher habe ich einen kleinen Versuch gestartet, mehr aus einem Anzuchtset heraus zu holen.

Frische Pilze

Dazu kaufte ich mir wieder ein solches Anzuchtset, bereitete es entsprechend vor und erntete gleich zwei Kilogramm leckere Steinchampignons. Als das Substrat abgeerntet war, weichte fünf Tage lang Sägemehl in Wasser ein, presste das Wasser dann mit den Händen wieder heraus und gab das Mehl in einen 10 Liter-Eimer. Nun mischte ich einige Brösel des abgeerntete Substrats (vielleicht zwei Hände voll) in das Sägemehl, presste es mit den Händen etwas fest und gab als Deckschicht Pflanzerde darauf. Es dauerte nicht sehr lange und plötzlich reckte sich zu meiner Überraschung ein Fruchtkörper aus dem Substrat heraus, ein zweiter folgte. Der Test läuft noch, aber es scheint grundsätzlich zu funktionieren.

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Steinchampignon in neuem Substrat

Bei meiner Pilzzucht musste ich übrigens feststellen, dass es Pilze gar nicht so gerne feucht haben, wie man denkt. Ein zu nasses Substrat beginnt zu schimmeln und das Mycel stirbt auch ab, wenn es nicht atmen kann. Daher habe ich das Substrat auch nur mit einer gelochten Frühbeetfolie abgedeckt. Denn austrocknen sollte die Deckerde auch nicht…

Ich habe mir außerdem ein Pilzpaket bei www.pilzpaket.de gekauft, das aus Kaffeesatz besteht. Eine erste Pilztraube des sehr leckeren „Taubenblauen Austernseitlings“ konnte ich bereits ernten und genießen. Ich warte nun noch auf die zweite und dritte Pilztraube, um dann alles zu zerbröseln und wieder in einer Kaffeesatz-Mischung anzusetzen. Auf diese Weise kann man wohl dauerhaft Pilze selbst anbauen und seinen Bedarf decken.

Das Salat-Experiment

Neben den Pilzen habe ich nun auch ein Salat-Experiment gestartet. Schon letztes Jahr hatte ich mir eine „Salat-Flasche“ gekauft. Hierbei handelt es sich um eine Plastikflasche, die mit Wasser gefüllt wird. In dem Wasser werden Nährstoffe aufgelöst. Auf dem Flaschenhals sitzt eine Art Trichter, in den zylinderförmig gepresste Erde hinein gelegt wird. In diese Erde kann man nun Salat-Samenkörner einbringen, die sich dann schließlich zu leckerem, frischem Salat entwickeln. Auf der Fensterbank am Südfenster haben die Pflanzen nun schon kräftig getrieben und ich hoffe, dass ich im Februar erste Blätter ernten kann. Ich habe außerdem den Versuch gestartet, Salatrauke in einem Eierkarton zu ziehen und auch hier schauen inzwischen erste Blättchen hervor.

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Salat in der Flasche

Und es stehen auch die ersten Tomaten- und Paprika-Samen in den Startlöchern. Und zwar die für den Topfanbau auf der Fensterbank. Denn auch hier kann man die Ernte vorweg nehmen und die kalte und kühle Jahreszeit überbrücken.

Gleich werde ich im Treibhaus einige Änderungen vornehmen, sodass ich auch dort bald frostfrei Möhren und Radieschen ziehen kann. Und dies mit (ranzigem) Sonnenblumenöl Über Erfolg oder Misserfolg werde ich hier berichten…

Solidarische Landwirtschaft

Trotz dieser Versuche, kann ich mich natürlich nicht komplett selbst versorgen.

Was also tun? Wie kann ich verhindern, dass große Konzerne immer mehr Macht erlangen? Wie kann ich vermeiden, dass ich mit meinem Geld auch noch zu ihrer Machtkonzentration beitrage? Lebensmittelkonzerne wie REWE, Edeka, ALDI, LIDL, aber auch die Großhändler, die dahinerstehen, üben eine ungeheure Macht auf die Entwicklung in der Landwirtschaft, den Umweltschutz und der Welternährung aus.

Der beste Weg wäre, einfach nicht mehr so oft bei ihnen einzukaufen. Eine Alternative, die ich vor kurzem entdeckt habe, steckt in der „Solidarischen Landwirtschaft“. Wer seine Produkte direkt beim Produzenten kauft, gibt ihm das Geld, und nicht dem börsendotierten Weltkonzern, der nur einen Bruchteil des Preises eines Produkts an den Produzenten weitergibt.

Warum also nicht beim Produzenten kaufen?

Nun – Bio-Hofläden sind im meinem Landkreis leider rar. Doch habe ich eventuell die Alternative in eben jener „Solidarischen Landwirtschaft“ gefunden. Was es damit genau auf sich hat, und ob ich erfolgreich einer solchen Landwirtschaftsform beitreten konnte, darüber mehr in einem der nächsten Posts. Das Jahr ist ja noch jung… 🙂

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