Der Zweite Weltkrieg kostete über 60 Millionen Menschen das Leben!

Vom Lebenswert

Beinahe täglich erreichen uns Meldungen über amoklaufende Menschen. Und mit ihnen verbreiten die Medien auch stets die Vermutung, es könnte sich um einen Terroranschlag handeln. Ja, manchmal kommt es einem so vor, als redeten sie einen Terrorhintergrund förmlich bei, obwohl nichts darauf hindeutet. Zugleich werden wir mit stundenlangen Sondersendungen überflutet, die nichts aussagen, außer Spekulationen. Und die uns den Eindruck des Kriegszustandes vermitteln.

Sicher sind es schreckliche und verabscheuungswürdige Taten, die in diesen Tagen durch Menschen begangen werden. Doch anstatt den Terroristen in die Hände zu spielen, indem man über ihre Taten stundenlang berichtet, oder sie mit Taten in Verbindung zu bringen, die gar nichts mit ihnen zu tun haben, sollte man einmal innehalten.

Schließlich spielen die Terroristen mit der Angst der Menschen und setzen vor allem auf Propaganda. Sie freuen sich über jede stundenlange Sondersendung, jede Spekulation, jedes tausendfach eingeblendete Bild eines Attentäters,…

Kurz gesagt: Wenn sich die Medien indirekt zum Sprachrohr dieser Organisationen machen lassen, spielen sie ihnen in die Hände. Warum also nicht endlich spekulationsfrei, objektiv und vor allem nicht mehr in einer nichtssagenden Dauerschleife berichten?

Auch die Politik bekleckert sich nicht mit Ruhm, wenn sie über die Verschärfung von Waffengesetzen spricht. Denn die Waffen, die bei Anschlägen benutzt werden, stammen meist nicht vom Waffenhändler mit Waffenbesitzkarte und Überprüfung des Waffenscheins. Und ein Schwarzhändler irgendwo im Darknet des Internet wird sich wohl nicht an eine Verschärfung der Waffengesetze halten. Außerdem sind ja nicht unbedingt die Waffen das Problem, da Anschläge auch mit Fahrzeugen oder Küchenmessern durchgeführt werden.

Woher stammt der Hass?

Wir sollten daher einmal hinterfragen, woher überhaupt dieser abgrundtiefe Hass stammt, der Menschen zu Mördern werden lässt. Und dabei geht es nicht nur um die Taten der Terroristen. Ich meine auch die sich häufenden Amokläufe. Auch denke ich dabei an die vielen Prügelattacken in U-Bahnhöfen, bei denen unschuldige Passanten einfach so zum Spaß mal totgeprügelt werden. Und letztens bremste ein sich offenbar provoziert gefühlter Autofahrer auf der Autobahn einen anderen Verkehrsteilnehmer aus – bis zum Stillstand. Er stieg mitten auf der Autobahn aus, ging zum ausgebremsten Fahrzeug und schlug mit der bloßen Faust eine Seitenscheibe ein. Dann fuhr er davon.

Woher kommt dieser enthemmte Hass? Wie kommt es dazu, dass das Leben anderer nicht mehr zählt, der Wert des Lebens den egoistischen Motiven geopfert wird?

Vielleicht steht ja wirklich hinter der Enthemmung der stundenlange Spielespaß von PC-Ballerspielen, in denen Kriegssituationen, Amokläufe und Kamikaze-Missionen trainiert werden? Vielleicht sind diese Spiele zwar für viele Nutzer harmlos, doch für ohnehin emotional angeschlagene Menschen das Ventil, das es ihnen erlaubt, Wut und Frust abzubauen. – Bis ihnen das irgendwann nicht mehr realistisch genug ist und sie sich entscheiden, den Kampf in die Realität zu verlegen. Und vielleicht steht hinter der Enthemmung auch der allgemein ungehemmte Konsum von gewaltverherrlichenden Action-Filmen, bei denen der Held mit Gewalt und Blutspritzern immer ans Ziel kommt?

Sinkender Lebenswert

Eventuell ist es ja auch so, dass der Lebenswert in der Ansicht vieler deshalb einen Tiefpunkt erreicht hat, weil er auch in der Gesellschaft keinen Stellenwert mehr besitzt. Da schreddert man eben Millionen Eintagsküken, wenn sie wirtschaftlich nicht rentabel sind. Da züchtet man eben massenhaft Tiere unter grausamen Bedingungen und wirft sie am Ende doch in den Müll, weil man so viel Fleisch gar nicht braucht. – Und anderswo verhungern Menschen, weil man ihnen ihr Land abgenommen hat, um das Futter für die Masttiere anzupflanzen, die man nun ungenutzt entsorgt. Man forscht an tierischen Embryonen, weil einem das Wunder des Lebens nichts mehr bedeutet, klont Tiere und greift gezielt in die Schöpfung ein. Ja, man funktioniert fühlende und denkende Wesen in Produktionsfaktoren um, deren Gefühle im kapitalistischen System einfach keinen Platz mehr haben.

Und auch in die Entwicklung menschlicher Embryonen greift man ein, forscht an ihnen, entnimmt ihnen Stammzellen. Damit die Menschen der westlichen Welt Dumpingpreise im Supermarkt zahlen dürfen, nimmt man das Leid und den Tod der Menschen in anderen Regionen der Erde billigend in Kauf. Ja, man schafft kurzerhand eine „Dritte Welt“, um sie von der „Ersten“ gleich mehrfach zu degradieren. Man reduziert den Wert des Menschen auch in dieser „Ersten Welt“ im Arbeitsleben auf den Produktionsfaktor, und allgemein in der Marktwirtschaft auf einen Konsumenten, der Geld einbringt.

Im Extremfall lassen Staaten wie die USA, aber auch europäische Länder, die hehren Menschenrechte fallen, wenn es darum geht, potentielle Terroristen zu bestrafen. Man steckt sie in Gefangenenlager, foltert sie. Man steuert Drohnen in fernen Ländern, um Menschen zu eliminieren, um Leben auszulöschen. Und unter diesen Menschen finden sich nicht selten unschuldige Zivilisten. Für die hat man dann auch einen Namen: Kollateralschäden

Dass hinter diesen „Schäden“ in Wirklichkeit Schicksale, Gefühle, Geschichten, Familien und eben lebendige Wesen stecken, hat man mit der Aussage „Wir sind im Krieg“ längst weggewischt.

Schließlich hat uns eine Terrororganisation den Krieg erklärt. Und was tut man in einem solchen Fall? Richtig: Man reagiert nach den Regeln des Alten Testaments. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Rache, Vergeltung, Mord und Totschlag.

Dass diese Taktik nicht funktioniert, lebt uns das „Heilige Land“ bereits seit über einem halben Jahrhundert vor!

Krieg gegen die Natur

Angesichts des Krieges gegen den Terror gerät ein anderer Krieg gänzlich aus den Augen. Es ist der Krieg, den der Mensch gegen die Natur, gegen die Erde mit unerbittlicher Härte führt: Der Klimawandel, die Abholzung von Wäldern, das Vergiften von Erde und Flüssen, die Ausrotten unzähliger Arten, die Überfischung der Weltmeere, die Verwüstungen durch den Anbau von Energie liefernden Pflanzen… Das alles gerät praktsicherweise gänzlich aus den Augen und aus den Medien, weil diese sich mit abendfüllenden Sondersendungen potentiellen Terroranschlägen widmen. Das Freihandelsabkommen TTIP, das Umwelt- und Verbraucherstandards in Europa über den Haufen wirft, wird diese Kriegssituation gegen die Natur und damit gegen die Zukunft noch weiter verschärfen.

Und diese Entwicklung führt wiederum zu einer weiteren Absenkung des Lebenswerts. Sie wird dazu beitragen, dass immer mehr Menschen nichts mehr heilig ist, außer das Geld und der pure Egoismus. Es ist genau jener Giftstachel, der in vielen von uns steckt, und der das Verderben über die Welt bringt: Der Kapitalismus. Er erzeugt großes Unrecht, aus dem Not und Armut entstehen. Und diese Not ist wiederum der Nährboden für Terrorismus.

Diesen Terror anstatt mit mehr Gerechtigkeit, mit mehr Gewalt zu bekämpfen, ist in etwa so, wenn man Feuer mit Benzin löschen möchte.

Wir müssen uns schlicht von der Gier und der Macht des Kapitalismus befreien, müssen uns eines bewusst machen: Wie die Cree-Indianer einmal vorhergesagt haben (ich weiß, es ist ein abgedroschener Spruch, aber aktueller denn je): „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Wenn wir diese Entwicklung stoppen und uns auf das Gemeinwohl besinnen, werden auch Terror und Gewalt ein Ende finden. Und die Erde hat wieder eine Zukunft.

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